JUGENDVERTRETUNG: Jugendkriminalität hat erwachsene Ursachen!

Ungustiöse Diskussion schwappt nach Österreich

Wien (OTS) - "Es ist interessant zu beobachten, wie schnell die entbehrliche Diskussion zur Jugendkriminalität aus Deutschland importiert wurde", wundert sich Philipp Nagel, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung (BJV), der gesetzlichen Interessenvertretung von mehr als einer Million junger Menschen in Österreich. "Wir lehnen es ab, plötzlich eine besondere Gewalttätigkeit junger Menschen herbeizuschreiben und dann nach Law-and-Order-Politik zu schreien."

Wenn über Jugendkriminalität gesprochen wird, so ist es notwendig, über "erwachsene" Versäumnisse zu diskutieren: Wenn junge Menschen straffällig werden, so nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, die ihnen die Politik bietet. "Jugendliche, die eine Perspektive für ihre Zukunft haben, werden kaum in Kriminalität abrutschen", betont der BJV-Vorsitzende, "darum ist es die Aufgabe aller politischen Kräfte, die Rahmenbedingung für Jugendliche zu verbessern. Dazu gehören mehr Partizipation, bessere Bildung und besondere Anstrengungen, Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern. Außerdem ist es notwendig, auf die Bedürfnisse junger Menschen einzugehen, vor allem wenn sie aus schwierigem sozialen Hintergrund stammen."

Völlig absurd sind in diesem Zusammenhang Forderungen nach härteren Strafen: "Damit werden Jugendliche erst recht in die Kriminalität gedrängt, weil sie als Kriminelle abgestempelt werden", warnt Philipp Nagel, "unser Ziel muss es aber sein, diese jungen Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren."
Die BJV findet es daher sinnvoll, Jugendgerichtshöfe in allen Bundesländern einzurichten und verstärkte auf Resozialisierung zu setzen.

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