Spindelegger: In der Islam-Debatte brauchen wir einen kühlen Kopf und eine ruhige Hand

Spindelegger warnt vor Wortwahl der Freiheitlichen

Wien, 14. Jänner 2008 (ÖVP-PK) „Die Wortwahl der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter ist radikal, schockierend und keinesfalls geeignet, das Thema Islam zu diskutieren“, sagt der Zweite Nationalratspräsident Dr. Michael Spindelegger heute gegenüber dem ÖVP-Pressedienst. ****

Winters Wortmeldung ist eine Herabwürdigung eines religiösen Bekenntnisses, gegen die er, Spindelegger, sich als christdemokratischer Politiker schon allein aufgrund seines eigenen Glaubens stellen muss. „Gerade weil die FPÖ sich am Wochenende erneut als Retter des christlichen Abendlandes gerierte, müsste ihren Vertretern klar sein, dass derartige Verbalinjurien
keineswegs im Sinne der christlichen Lehre sind“, so der Zweite Nationalratspräsident.

Spindelegger verweist auf die Tatsache, dass er sich seit längerer Zeit im Gespräch mit Vertretern der muslimischen Glaubensgemeinschaft befindet: „Dabei habe ich auch wiederholt und sehr deutlich festgestellt, dass man radikalen islamistischen Tendenzen entschieden entgegen treten muss. Diese Sicht wurde von meinen Gesprächspartnern übrigens vollinhaltlich geteilt.“

Natürlich müssen Probleme die es in Europa gibt offen angesprochen und diskutiert werden: „Aber allen in der FPÖ muss klar sein, dass derartige ‚Ausrutscher’ die gute Gesprächsbasis mit offiziellen Vertretern der Muslime aufs Spiel setzen und jenen radikalen Gruppen in die Hände spielen, gegen die sie diese Angriffe eigentlich richten wollen.“

Es ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, wenn man in dieser Art über die Angehörigen einer Religionsgemeinschaft herzieht, die in Österreich seit fast 100 Jahren als solche anerkannt ist.

„Ich warne ganz eindringlich vor dieser Wortwahl einzelner FPÖ-Politiker und erinnere sie daran, dass man
Radikalisierungstendenzen nur entgegen treten kann, indem man das vorurteilsfreie Gespräch mit den Muslimen in Österreich sucht. Wir brauchen in der Islam-Debatte weder linke Träumer noch rechte Hetzer, sondern einen kühlen Kopf und eine ruhige Hand“, so der Zweite Nationalratspräsident abschließend.

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