Kriminalstatistik des BM.I für das Jahr 2007

Aufklärungsquote gestiegen - Deliktszahl trotz leichter Steigerung auf Niveau des Jahres 2006

Wien (OTS) - Die Zahl der angefallenen Strafrechtsdelikte in Österreich hat sich auch im Dezember 2007 gegenüber den Werten zu Jahresbeginn und den Vormonaten verringert. Im Jahr 2007 wurden in Österreich 594.240 Straftaten angezeigt. Das bedeutet zwar ein leichtes Plus von 0,8 Prozent, es wird aber trotzdem der kontinuierliche Rückgang gegenüber den Anfangsmonaten des Jahre 2007 fortgesetzt. War im Jänner noch eine Steigerung von 10,8 % zu verzeichnen, so sank diese bereits im Juli auf 3,9% und betrug im Dezember nur mehr 0,8%. Das bedeutet gegenüber dem Jänner 07 ein Minus von genau 10 Prozentpunkten!

Auf mehrere Jahre gesehen setzt dieses Ergebnis den außerordentlich positiven Trend der Jahre 2005 und 2006 fort.

Die Aufklärungsquote beträgt 39,4 Prozent - sie ist damit gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte angestiegen. In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass 4.885 Delikte mehr aufgeklärt wurden als im Jahr 2006.

Zurückzuführen ist der Rückgang der Kriminalität gegenüber dem Jahresbeginn und die Steigerung der Aufklärungsquote auf die sofortigen und gezielten Analysen der Polizei und die unmittelbare und punktgenaue Umsetzung von gezielten Maßnahmen.

Beispiele für diese neuen strategischen Ansätze sind:

- Ein erfolgreiches Modell ist die "Sicherheitsoffensive Graz" der steirischen Polizei. Durch ein perfektes Zusammenspiel von Sonderstreifen, der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität und Kräften des Stadtpolizeikommandos Graz konnte in Graz eine beachtenswerte Reduktion der Anzeigen und eine Steigerung der Aufklärungsquote erreicht werden (minus 5,8 Prozent Anzeigen; plus 4,2 Prozentpunkte Aufklärungsquote).

- Präventive und repressive Maßnahmen wurden auch gezielt eingesetzt, um den Diebstahl von Mobiltelefonen, der hohe Anzeigezahlen erreicht hatte, zu bekämpfen. Hier gab es unter anderem Plakataktionen in Gasthäusern, um den Selbstschutz der Bevölkerung zu stärken. Letztendlich konnte im Jahr 2007 eine Senkung um beinahe 6400 Anzeigen erreicht werden.

- Eine ähnlich gute Kooperation gibt es auch mit den öffentlichen Verkehrsunternehmen. Das gute Zusammenspiel polizeilicher und privater Maßnahmen hat dazu beigetragen, dass der Taschendiebstahl in öffentlichen Verkehrsmitteln um über 15% zurückgegangen ist.

Ein ebenso erfreulicher Trend ist bei den Diebstählen festzustellen, wo ein Minus von 3,6 Prozent (6.437 Delikte) weniger zu verzeichnen ist. Der Diebstahl von PKW ging sogar um 21,4 Prozent oder 1.113 Fälle zurück. Auch die Einbrüche konnten um 1,1 Prozent (1.172 Delikte) gesenkt werden

Besonders bedeutsam und mit direkten Auswirkungen auf die Kriminalitätsstatistik war auch die Einführung neuer Straftatbestände. So wurden im Bereich Stalking um 1.671 Fälle mehr als im Vorjahr angezeigt. Dieser Anstieg bedeutet nicht, dass sich die Kriminalität erhöht hätte, sondern, dass die Polizei jetzt dank gesetzlicher Verbesserungen die Möglichkeit hat, Opfern von Straftaten wirkungsvoll zu helfen.

Leider mussten wir auch feststellen, dass in einigen Bereichen auch Anstiege zu verzeichnen waren. So zum Beispiel bei den "Sittlichkeitsdelikten" wo wir ein Plus von 9,6% oder 354 Delikten zu verzeichnen hatten. Die Polizei hat sofort auf diese erschreckende reagiert. Zum Beispiel durch die Intensivierung der kriminalpolizeilichen Ermittlungen auf dem Gebiet der Kinderpornographie. Das hier investierte Engagement hat sich in zahlreichen erfolgreichen Operationen gegen Kinderpornographie manifestiert.

Auch im Bereich der Prävention ist das Innenministerium höchst aktiv: Im Jahr 2007 wurden 140 Präventionsbeamte für Sexualdeliktsprävention ausgebildet. Ihre Aufgabe ist die Sensibilisierung von Eltern, Pädagogen und KindergärtnerInnen beim rechtzeitigen Erkennen bzw. Verhindern von sexuellem Missbrauch an Kindern.

Auch in einem anderen Bereich wurde eine bedenkliche Entwicklung festgestellt - die Kriminalität von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren stieg österreichweit um 15,3 Prozent an. Gegenüber dem Jahr 2001 bedeutet das sogar einen Anstieg von 51,2%.

Auch auf diese Entwicklung wurde sofort reagiert: Bereits im Vorjahr wurden 270 Polizistinnen und Polizisten speziell zu Jugendpräventionsbeamten ausgebildet. Ab Oktober 2007 wurde in jedem Bezirk Österreichs ein Aktionstag der Jungendpräventionsinitiative "Bleib sauber - Jugend OK" abgehalten.
Diese Initiative wird dadurch ergänzt, dass die Präventionsbeamten die Schüler mit wiederkehrenden Besuchen an der Schule durch das Schuljahr begleiten.

"Das vergangen Jahr hat bewiesen, dass die österreichische Polizei schnell, flexibel und vor allem erfolgreich auf neue Herausforderungen reagiert. Ein besonderes Anliegen ist es mir daher, allen Polizistinnen und Polizisten zu danken - nur durch ihr tagtägliches Engagement ist es möglich, dass Österreich weiterhin das sicherste Land der Welt bleibt", so Innenminister Günther Platter.

POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK ÖSTERREICHS

Gesamtsumme aller gerichtlich strafbarer Handlungen

Angezeigte Fälle Jän-Dez 2006 Jän-Dez 2007 Veränderung in % Burgenland 10.175 10.665 4,82 Kärnten 31.544 32.048 1,60 Niederösterreich 84.287 86.569 2,71 Oberösterreich 75.238 80.548 7,06 Salzburg 35.880 35.781 -0,28 Steiermark 65.216 62.336 -4,42 Tirol 47.695 49.196 3,15 Vorarlberg 20.845 22.406 7,49 Wien 218.615 214.691 -1,79 ÖSTERREICH 589.495 594.240 0,80

Geklärte Fälle Jän-Dez 2006 Jän-Dez 2007 Veränderung in % Burgenland 5.256 5.596 6,47 Kärnten 14.744 14.661 -0,56 Niederösterreich 35.711 36.664 2,67 Oberösterreich 36.687 39.515 7,71 Salzburg 12.427 13.845 11,41 Steiermark 28.110 27.333 -2,76 Tirol 21.388 22.528 5,33 Vorarlberg 11.334 12.299 8,51 Wien 63.770 61.871 -2,98 ÖSTERREICH 229.427 234.312 2,13

Aufklärungsquoten Jän-Dez 2006 Jän-Dez 2007 Veränderung in %punkten Burgenland 51,66% 52,47% 0,81 Kärnten 46,74% 45,75% -0,99 Niederösterreich 42,37% 42,35% -0,02 Oberösterreich 48,76% 49,06% 0,30 Salzburg 34,63% 38,69% 4,06 Steiermark 43,10% 43,85% 0,74 Tirol 44,84% 45,79% 0,95 Vorarlberg 54,37% 54,89% 0,52 Wien 29,17% 28,82% -0,35 ÖSTERREICH 38,92% 39,43% 0,51

Sittlichkeitsdelikte Angezeigte Fälle Jän-Dez 2006 Jän-Dez 2007 Veränderung in % Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung 3.683 4.037 9,6 § 201 StGB Vergewaltigung 700 710 1,4 § 202 StGB Geschlechtliche Nötigung 368 345 -6,3 § 205 StGB Sexueller Missbrauch einer wehrlosen Person 115 129 12,2 § 206 StGB Schwere sexueller Missbrauch von Unmündigen 246 296 20,3 § 207 StGB Sexueller Missbrauch von Unmündigen 309 313 1,3 § 207a StGB - Verg. Pornographische Darstellung Minderjähriger 232 490 111,2 § 207a StGB - Verbr. Pornographische Darstellung Minderjähriger 8 14 75,0 § 207b StGB Sexueller Missbrauch von Jugendlichen 57 82 43,9

Tatverdächtige 14 bis unter 18 J. Jahr 2001 Jahr 2006 Jahr 2007 Veränderung Burgenland 563 622 750 20.6% Kärnten 1,834 2,464 2,604 5.7% Niederösterreich 3,240 3,791 4,633 22.2% Oberösterreich 3,777 4,859 5,937 22.2% Salzburg 1,666 1,746 2,213 26.7% Steiermark 2,795 3,613 4,397 21.7% Tirol 2,235 3,423 3,965 15.8% Vorarlberg 1,490 1,735 2,143 23.5% Wien 4,273 6,430 6,426 -0.1% ÖSTERREICH 21,873 28,683 33,068 15.3%

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