Neue KÄRNTNER TAGESZEIUNG - Kommentar: Das Kreuz mit der Erinnerungsarbeit

Ausgabe 13. Jänner 2008

Wien (OTS) - Siebzig Jahre nach der Zerstörung der jüdischen Gemeinde von Klagenfurt erinnern zwei Denkmale an ihre ehemalige Existenz - das eine ist die Gedenktafel für das jüdische Bethaus in einem Gebäude der Platzgasse 3; das andere ist der abgesperrte jüdische Friedhof, angrenzend an den Friedhof in Annabichl.Das 1903 eingerichtete Bethaus wurde in der "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 zerstört, der Friedhof zerbombt und 1964 renoviert.

Österreich "feiert" 2008 das Gedenken an das "Anschlussjahr" 1938. Es bleibt zu wünschen, dass speziell in Kärnten die Erinnerungsarbeit im Sinne der Vergangenheitsbewältigung endlich weiter vorangehe und dass sich das Land Kärnten nicht mit einmaligen Gedenkfeiern (beispielsweise zu den Novemberpogromen) aus der Affäre ziehe. Mit einer Feier ist es nicht getan - auch oder erst recht nicht in einem Gedenkjahr. Auch mit Verdrängen und Kleinreden ist es nicht getan. Denn der Rassenwahn ist noch immer nicht ausgerottet...

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