Ex-Finanzminister Grasser übt in ÖSTERREICH scharfe Kritik an der Regierung

Karl Heinz Grasser in ÖSTERREICH: "Das Resultat der Großen Koalition ist Stillstand, es gibt nur viel Streit um nichts!"

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH nimmt Karl Heinz Grasser erstmals seit seinem Rücktritt als Finanzminister vor einem Jahr zur österreichischen Innenpolitik Stellung. In dem ausführlichen und von ihm autorisierten Interview übt der Finanzminister der Regierung Schüssel harte Kritik an der Politik der Großen Koalition. Grasser wörtlich in ÖSTERREICH:
"Nach einem Jahr Große Koalition wissen wir: Es gibt permanent Streit um nichts. Jede Aufbruchstimmung in diesem Land ist verschwunden. Das Resultat ist Stillstand. Wenn man sieht, wie diese Regierung nicht agiert und schlecht verwaltet, dann muss man froh sein, dieser Regierung nicht anzugehören." Grasser im morgigen ÖSTERREICH: "Diese Regierung verspielt die Poleposition, die Österreich in der Ära Schüssel wirtschaftspolitisch gehabt hat."
Der Ex-Finanzminister warnt in seinem ersten politischen Interview seit dem Rücktritt vor einem Jahr: "Auf Österreich kommen wirtschaftlich schwierige Zeiten zu: 2008 wird ein wirtschaftlich schwieriges Jahr werden. Und gerade da braucht es eine Regierung, die gegensteuert. Das derzeitige Nicht-Agieren wird wirtschftlich und sozialpolitisch für unser Land nicht gut gehen."
Wäre er ein strenger Lehrer, der Schulnoten für die Leistungsbilanz der Regierung vergeben sollte, müsste er sich - so Grasser - für die Leistung der Regierung Gusenbauer "ein Nichtgenügend überlegen." An Alfred Gusenbauer kritisiert Grasser morgen in ÖSTERREICH, dass dem Kanzler "jenes Leadership fehlt, das Schüssel hatte. Dieser Regierung fehlt die Führung - und Führen heißt in einer Regierung:
Das Gemeinsame vor das Trennende stellen, aber auch eine Aufbruchstimmung entstehen lassen."
Grasser schließt im ÖSTERREICH-Interview eine Rückkehr in die Politik für seine Person aus ("Ganz sicher nicht!"), betont aber, dass unserem Land neue politische Persönlichkeiten fehlen. Grasser: "Ein politischer Typ wie Barack Obama, ein Politiker, der wieder Mut macht, Wandel, Aufbruch, Dynamik verkörpert - der fehlt Österreich an allen Ecken und Enden."

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