• 12.01.2008, 18:29:27
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Ex-Finanzminister Grasser übt in ÖSTERREICH scharfe Kritik an der Regierung

Karl Heinz Grasser in ÖSTERREICH: "Das Resultat der Großen Koalition ist Stillstand, es gibt nur viel Streit um nichts!"

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Sonntagsausgabe der
Tageszeitung ÖSTERREICH nimmt Karl Heinz Grasser erstmals seit seinem
Rücktritt als Finanzminister vor einem Jahr zur österreichischen
Innenpolitik Stellung. In dem ausführlichen und von ihm autorisierten
Interview übt der Finanzminister der Regierung Schüssel harte Kritik
an der Politik der Großen Koalition. Grasser wörtlich in ÖSTERREICH:
"Nach einem Jahr Große Koalition wissen wir: Es gibt permanent Streit
um nichts. Jede Aufbruchstimmung in diesem Land ist verschwunden. Das
Resultat ist Stillstand. Wenn man sieht, wie diese Regierung nicht
agiert und schlecht verwaltet, dann muss man froh sein, dieser
Regierung nicht anzugehören." Grasser im morgigen ÖSTERREICH: "Diese
Regierung verspielt die Poleposition, die Österreich in der Ära
Schüssel wirtschaftspolitisch gehabt hat."
Der Ex-Finanzminister warnt in seinem ersten politischen Interview
seit dem Rücktritt vor einem Jahr: "Auf Österreich kommen
wirtschaftlich schwierige Zeiten zu: 2008 wird ein wirtschaftlich
schwieriges Jahr werden. Und gerade da braucht es eine Regierung, die
gegensteuert. Das derzeitige Nicht-Agieren wird wirtschftlich und
sozialpolitisch für unser Land nicht gut gehen."
Wäre er ein strenger Lehrer, der Schulnoten für die Leistungsbilanz
der Regierung vergeben sollte, müsste er sich - so Grasser - für die
Leistung der Regierung Gusenbauer "ein Nichtgenügend überlegen."
An Alfred Gusenbauer kritisiert Grasser morgen in ÖSTERREICH, dass
dem Kanzler "jenes Leadership fehlt, das Schüssel hatte. Dieser
Regierung fehlt die Führung - und Führen heißt in einer Regierung:
Das Gemeinsame vor das Trennende stellen, aber auch eine
Aufbruchstimmung entstehen lassen."
Grasser schließt im ÖSTERREICH-Interview eine Rückkehr in die Politik
für seine Person aus ("Ganz sicher nicht!"), betont aber, dass
unserem Land neue politische Persönlichkeiten fehlen. Grasser: "Ein
politischer Typ wie Barack Obama, ein Politiker, der wieder Mut
macht, Wandel, Aufbruch, Dynamik verkörpert - der fehlt Österreich an
allen Ecken und Enden."

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