Novartis: Betriebsrat und GPA-DJP werden für Erhalt des Forschungsstandortes kämpfen

GPA-DJP wird sich mit öffentlichen Aktionen an die Wiener Bevölkerung wenden

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - Der Betriebsrat des Novartis-Standortes Wien will gemeinsam mit der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) für den Erhalt der hochwertigen Forschungsarbeitsplätze und die Weiterführung des Standortes in Wien kämpfen. "Wir wollen uns nicht mit einem Sozialplan abspeisen lassen, sondern zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik an kreativen Ideen für die Fortführung des Standortes arbeiten" erklärte die Vorsitzende des Novartis-Konzernbetriebsrates Ingrid Stipanovsky heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.++++

Am 18. Dezember des Vorjahres hatte die Konzernleitung die Belegschaft des Forschungsinstitutes per Videobotschaft über die geplante Schließung informiert. "Sofort nach Bekanntwerden dieser Botschaft sind zahlreiche ForscherInnen mit dem dringenden Wunsch an uns herangetreten, Möglichkeiten für die Fortführung des Standortes auszuloten. Eine Schließung würde den Verlust hochwertigen Forschungs Know-hows für Wien bedeuten, für dessen Erhalt es sich im Interesse des gesamten Wirtschaftsstandortes lohnt zu kämpfen. Neben 240 Forschungsarbeitsplätzen sind zahlreiche weitere Arbeitsplätze von Unternehmen, die Mieter und Nutzer der Campus-Infrastruktur sind, betroffen ", so der Vorsitzende der Betriebsrates des Novartis Institutes for BioMedical Research, Arno Pruckner.

"Für die GPA-DJP war es von Beginn weg klar, dass wir die Bemühungen des Betriebsrates unterstützen. Die sehr positive Reaktion weiter Teile der Öffentlichkeit auf unsere ersten Aktivitäten haben uns bestärkt", so der Vorsitzende der GPA-DJP Wolfgang Katzian. In die Internetplattform (www.gpa-djp.at) für eine Unterstützung des Novartis Belegschaft haben sich bis heute über 4.000 Personen zum Teil mit persönlichen Kommentaren eingetragen. "Erfreulich, dass sich auch sehr viele Personen aus der Forschungsszene oder von Apotheken eingetragen haben. Ich halte die Idee, neben einer sozialen Abfederung auch für die Weiterführung der Forschungstätigkeit zu kämpfen für kreativ, der absolut unsere Unterstützung findet", so Katzian.

Die GPA-DJP wird noch im Jänner mit einer öffentlichen Aktion vor den Wiener Apotheken die Wiener Bevölkerung über die Auswirkung der Novartis-Entscheidung informieren und zur Solidarität aufrufen. Es laufen auch bereits konkrete Vorbereitungen für eine länderübergreifende Aktion vor der Baseler Konzernzentrale.

Zu Jahresbeginn hat die GPA-DJP Einspruch bei der staatlichen Wirtschaftskommission erhoben, und Bundesminister Dr. Martin Bartenstein aufgefordert, die Kommission einzuberufen, weil es aus Sicht des Betriebsrates und der Gewerkschaft keinerlei nachvollziehbaren betriebswirtschaftlichen Grund für eine Schließung gibt.

Der Vorsitzende der GPA-DJP kritisierte auch grundsätzlich die Konzernpolitik von Novartis: "Die äußerst positive Resonanz in der Öffentlichkeit auf unsere Aktivitäten zeigen für mich, dass in der Bevölkerung zunehmend Unverständnis und großes Unbehagen herrscht über die Politik von international agierenden Konzernen, denen Aktionärsinteressen und die finanzielle Bereicherung einiger Spitzenmanager wichtiger sind als eine langfristige Unternehmenspolitik. Die Interessen der Beschäftigten und Wirtschaftstandorte wird dem kurzfristigen Abkassieren geopfert. Es herrscht auch Unverständnis darüber, dass solche Managemententscheidungen, zynisch per Video übermittelt, dann auch noch mit astronomischen Gagen und Gehaltssteigerungen honoriert werden. Da ist jedes Maß und jeder Ethos abhanden gekommen. Das kann niemand mehr verstehen", so Katzian abschließend.

ÖGB, 11. Jänner 2008 Nr. 011

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