Zwerschitz: Höchste Zeit für verbindliche Standards bei Auslandsadoptionen

Grüne fordern zentrale Vermittlungs- und Koordinationsstelle bei Auslandsadoptionen

Wien (OTS) - "Der in den letzten Tagen in praktisch allen Medien kolportierte Fall der Adoption eines nur scheinbaren Waisenmädchens aus Äthiopien zeigt vor allem, in welchem rechtlichen Graubereich sich Adoptionen aus dem Ausland häufig ereignen", meint die Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Zwerschitz. "Die zuständigen Landesbehörden sind - auch mangels Erfahrungswerten - überfordert, hiesige Agenturen kooperieren teils mit dubiosen Partnern in den Herkunftsländern der Kinder, für die adoptionswilligen Eltern sind die Kosten einer Adoption vorab kaum abschätzbar, und effektive Kontrollen existieren offensichtlich nicht - hier sind Familienministerin Kdolsky und Justizministerin Berger dringend gefordert, Abhilfe zu schaffen", mahnt Zwerschitz.

Vor allem müssten hinsichtlich einer Auslandsadoption für alle Beteiligten verbindliche, qualitativ hochwertige Standards geschaffen werden. Hierzu sei insbesondere die Schaffung von bundesweit verbindlichen Richtlinien sowie die Errichtung einer zentralen Vermittlungs- und Koordinationsstelle nötig, die sowohl über einschlägiges Know-how als auch über die Ressourcen verfügt, Adoptionsverfahren zu überprüfen. Weiters müssten die Bestimmungen des Haager Adoptionsübereinkommens, dem auch Österreich beigetreten ist, rechtlich umgesetzt werden. "Diese Punkte lassen sich am besten in einem eigenen Auslandsadoptionsgesetz realisieren", erklärt Zwerschitz, "weshalb die Grünen im Rahmen der Nationalrats-Sondersitzung am kommenden Mittwoch einen entsprechenden Entschließungsantrag einbringen werden."

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