"Ein Bus ist kein LKW": Busunternehmer fordern Neuregelungen für Maut und Gewichtsbeschränkungen

10. Bundestagung der Autobusunternehmer in Wels eröffnet

Wien (PWK022) - "Ist der Bus auf Erfolgskurs?" - Diese Frage
stellen sich Österreichs Busunternehmer angesichts immer neuer Auflagen für den Autobus ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung. Die Rahmenbedingungen für den Bus standen daher auch im Zentrum der 10. Bundestagung des Fachverbandes der Autobusunternehmungen, die gestern, Donnerstag, Abend in Wels eröffnet wurde.

Speziell bei den europaweit reformierten Lenk- & Ruhezeiten-Bestimmungen sowie beim "Road-Pricing" leide der Bus an der Gleichbehandlung mit dem Güterverkehr, sagte Fachverbandsobmann Komm.Rat Karl Molzer. Er fordert klar unterscheidbare gesetzliche Regelungen für Busse und LKW: "So viel Unterschied muss sein. Immerhin transportiert der Autobus Menschen und keine Güter."

Im Schnitt sind es mehr als 10 Millionen Österreicher pro Jahr, die den Bus nehmen. Die EU-Statistikzentrale EUROSTAT weist Österreich damit als "Bus-Europameister" aus. Wirtschaftspublizist Ronald Barazon rechnete in seinem Eröffnungsstatement zur Bundestagung vor, dass der Bus einen Anteil von fast 15 Prozent am Personenverkehr hat. Das ist doppelt so viel wie in Deutschland.

Neue EU-Regelung brachte praxisfremde Lenkzeiten

Häufig erfülle der Bus in Österreich seine wichtige Rolle im Verkehr allerdings nicht wegen, sondern trotz der Rahmenbedingungen auf den Straßen, kritisierte Molzer. Als größte Behinderung empfinden die Busunternehmer die 2007 EU-weit in Kraft getretene neue Lenk- und Ruhezeitenverordnung. Nunmehr muß ein kompletter Ruhetag spätestens nach 6x24 Stunden eingeschoben werden - ohne Rücksicht auf das Reiseprogramm. Die Organisation der beliebten 12-Tages-Urlaubsfahrten werde damit für kleine und mittlere Busunternehmen unmöglich gemacht. "Wir kämpfen auf europäischer Ebene für die Wiedereinführung der bis 2007 gültigen 12-Tage-Regelung", so Molzer, der dazu um die Unterstützung aller Kräfte in der Bundesregierung wirbt.

Gewichtsprobleme für Schikursfahrten

Aber auch bei kürzeren Urlaubsfahrten stehen die Busse vor nahezu unlösbaren Aufgaben. Das 18-Tonnen-Gewichtslimit auf Österreichs Straßen für 2-achsige Busse verhindere den Transport von kompletten Schulschikurs-Klassen samt Wintersportausrüstung in die heimischen Skigebiete, sagt Molzer: "Obwohl unsere Busse für 50 Personen und 21 Tonnen gebaut sind, dürfen wir aufgrund des niedrigeren 18-Tonnen-Gewichtslimits in Österreich nicht alle Plätze im Bus vergeben. Zwei Schikursklassen in einem Bus können also aus Gewichtsgründen nicht befördert werden."

Forderung nach eigener Bus-Gesetzgebung

Diese Beispiele machen deutlich, dass der Autobus in Österreich sein Potenzial als effizientestes und damit auch umweltschonendstes Transportmittel im öffentlichen Verkehr, gar nicht voll ausspielen kann. Ein Bus ersetzt 35 Pkw auf Österreichs Straßen - mit allen Folgen für geringere Stau-, CO2- oder Feinstaubbelastung. Obmann Molzer erwartet am Jahrestag des Amtsantritts der Großen Koalition von der Verkehrspolitik, dass diesen umweltpolitischen Aspekten endlich Tribut gezollt wird: "Der Bus muss künftig durch gezielte gesetzliche Regelungen anders behandelt werden als der Lkw und verdient eine Förderung seiner ökologischen Leistungsfähigkeit. Das heißt: Eigene Road-Pricing-Modelle für den Bus und Herausnahme der Schi-Transportkästen aus dem 18-Tonnen-Limit." (hp)

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