Häupl: "Wien zählt zu den zukunftsträchtigsten Metropolen Europas!"

Wiens Bürgermeister erläutert Perspektiven für Wien 2020

Wien (SPW) - "Aktuelle Studien belegen, dass Wien zu den zukunftsträchtigsten Metropolen Europas zählt. Das beweist, dass der Wiener Weg nicht ganz falsch sein kann", betonte Wiens Bürgermeister Michael Häupl am Donnerstagabend bei seinem Vortrag zum Thema "Wien 2020" im Rahmen der Franz-Vranitzky-Lectures. Im noch besser als sonst gefüllten Bruno Kreisky Forum erläuterte er die "Perspektiven einer europäischen Metropole" und diskutierte mit dem interessierten Publikum konkrete Maßnahmen. Altbundeskanzler Franz Vranitzky sprach einleitende Worte: " Die Zukunft unsere Stadt ist ein hochpolitisches Thema, es ist eine Zukunft die man kennen sollte!". ****

Internationale Trends als Rahmenbedingungen für zukünftige Stadtpolitik

Zu Beginn seiner Ausführungen wies Häupl darauf hin, dass die Globalisierung enorme Auswirkungen auf Städte hat und daher kein Weg an ihr vorbei führt, wenn man über die Zukunft Wiens nachdenkt. Als Rahmenbedingungen für die zukünftige Stadtpolitik nannte der Bürgermeister daher drei internationale Trends: Erstens nimmt aufgrund ihres starken Wachstums die Bedeutung der Städte weltweit zu. Bereits über 3 Milliarden Menschen leben heute in städtischen Gebieten. "Die ganze Welt ist im Begriff eine Stadt zu werden", so Häupl, der die "Verstädterung der Welt" als "einen der wichtigsten Einschnitte in der Geschichte der Menschen" bezeichnete. Durch diese Entwicklung würden auch Sitten und Gebräuche urbanisiert, erklärte der Bürgermeister, und nannte unter anderem Mobilität, Autonomie und einen in hohem Maße gleichförmigen Lebensrhythmus als Kennzeichen einer urbanen Gesellschaft, denen die zukünftige Stadtpolitik Rechnung tragen müsse. Als weiteren internationalen Trend identifizierte der Bürgermeister die weltweit zunehmende ökonomische Ungleichheit sowohl innerhalb als auch zwischen einzelnen Ländern. Was die Einkommensgerechtigkeit angeht, stehe Wien im internationalen Vergleich gut da, "aber auch bei uns gibt es das Phänomen der Wohlstandskranken", merkte Häupl an. Als dritten wichtigen internationalen Trend nannte der Wiener Bürgermeister schließlich die steigende Mobilität der Menschen: "Wien wächst nicht nur aufgrund des Geburtenüberschusses sondern vor allem auch durch Migration. Und das ist gut so!" Daher bedürfe es auch weiterhin einer vernünftigen Integrationspolitik, denn "Vielfalt bereichert unsere Stadt". Als Schwerpunkte nannte Häupl dabei einerseits die Sprachvermittlung, andererseits Arbeitsmarktpolitik: "Wer legal hier lebt, soll auch legal arbeiten dürfen. Dazu gibt es keine Alternative!"

Bedeutung der Städte

Häupl betonte, dass die Bedeutung der Städte in einer globalisierten Welt immer größer wird. Sie übernehmen "die Rolle gesellschaftlicher Laboratorien", sind Brennpunkte der zukünftigen Entwicklung. Zugleich wird aber auch die Armut zunehmend städtisch. "Wir müssen die Chancen der Globalisierung nutzen, um den negativen Trends entgegenzuwirken", bekräftigte Häupl: "Die Bekämpfung der Armut ist von zentraler Bedeutung!". Die Globalisierung äußere sich aber auch in kultureller Hinsicht, so der Bürgermeister, was einerseits eine stärkere Berührung der verschiedenen Kulturen, andererseits aber auch die Gefahr von sozialen Spannungen mit sich bringe. "Hier sind die Städte in ihrer Integrationskraft besondern gefordert. Diversity Management ist daher ein Gebot der Stunde!"

Zukünftige Herausforderungen für Wien

Als eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich die Wiener Stadtpolitik in Zukunft stellen wird müssen, nannte Häupl den Finanzbereich. "Zur Erfüllung ihrer Aufgaben brauchen Städte die entsprechenden Mittel. Dazu bedarf es einer grundlegenden Reform des Finanzausgleiches, denn die Lösung für die Zukunft kann nur in einer Aufgabenorientierten Gemeindefinanzierung liegen!". Eine weitere Herausforderung für die Zukunft sieht Häupl in der Rolle der Städte als Wirtschaftsfaktor: "Der Wirtschaftsstandort Europa braucht attraktive Städte, die als ökonomischer Motor fungieren." Dafür seien gut ausgebildete Arbeitskräfte unabdinglich, daher stehen die europäischen Städte im Konkurrenzkampf um die "mobilen Eliten". "Wien ist sich dessen bewusst und bemüht sich um eine kontinuierliche Verbesserung der Rahmenbedingungen", so Häupl. Eine integrierte Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie soll eine nachhaltige Steigerung von betrieblicher Forschung und Entwicklung in Wien bringen, Kernpunkt ist jedoch die Human Ressource Mensch. "Wien muss auch eine Wissens- und Bildungsmetropole werden! Dazu brauchen wir aber ein neues Verständnis von Schule und ein neues, durchlässigeres Bildungssystem", bekräftige der Bürgermeister. Große Herausforderungen, die Wiens Stadtpolitik in Zukunft beschäftigen werden, seien zudem die Energieversorgung und der Erhalt der natürlichen Umwelt, so Häupl. In diesen Bereichen bedürfe es eines ganzheitlichen Konzepts, dass die Entwicklungen sowohl hinsichtlich ökologischer als auch wirtschaftlich-sozialer Aspekte betrachtet. (Schluss) lk

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