AK Erfolg: Schluss mit versteckter Preisangabe bei Internet-Anbieter!

Mangelnde Preisauszeichnung ist wettbewerbswidrig

Wien (OTS) - Gute Nachrichten für KonsumentInnen in der Internetfalle: Webseiten mit versteckten Preisangaben sind unzulässig, weil sie irreführend sind. Preis und Aufklärung über das Rücktrittsrecht müssen klar angegeben sein. Das bestätigte im vorigen Dezember das Oberlandesgericht Wien der AK. Die AK hatte Anfang 2007 eine Klage gegen IS Internet Service AG, vormals Xentria, eingebracht. Der Anbieter warb auf mehreren Webseiten, zB mit vermeintlich kostenlosen SMS und Lebensprognosen. Aber: Die Seiten entpuppten sich als Kostenfallen. Die AK kündigt weitere Klagen an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Gratis-SMS, Hausaufgaben, Vornamen, Wissensspiele, Infos über Ausbildungen und Jobs oder Sternzeichen - in die Falle vermeintlicher Gratis-Angebote tappen besonders Jugendliche. Nach Registrierung auf der Internetseite wird versprochen, das Angebot sofort nutzen zu können. Und wer einmal seine Daten abgesendet hat, wird auch schon zur Kassa gebeten. Denn die Preisangaben erkennt man nicht auf den ersten Blick. Sie verstecken sich oft im Kleingedruckten. "Selbst geübte Surfer übersehen die geschickt platzierten Preisangaben", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz.

"Wer nicht zahlt, dem wird sofort mit Mehrkosten, Anwaltschreiben und Gerichtsverfahren gedroht. Das schüchtert sicherlich viele Konsumenten ein, und sie zahlen", sagt Glatz. Aber selbst wer aus Verunsicherung bezahlt, hat nichts bereinigt. Denn ein Jahr später geht es wieder von vorne los, wenn es sich um Abodienste für zwei Jahre handelt. "Unseriöse Anbieter machen so schnelles Geld, die Webadressen ändern sich schnell, oder es wird plötzlich auf andere Seiten umgeleitet", sagt Glatz. In den Konsumentenberatungen suchen wegen der angeblichen Gratisangebote im Internet rund 1.000 KonsumentInnen österreichweit Rat und Hilfe.

Fünf Tipps der AK Konsumentenschützer:
+ Registrieren Sie sich nicht vorschnell auf Webseiten mit Angeboten und Informationen über z.B. Lebensprognosen, SMS-Diensten oder Vornamen. Solche Seiten sind oft nur am Tag der Registrierung gratis, dann verlängern sie sich in einen teuren Abo-Vertrag.
+ Lesen Sie die gesamte Webseite und die Geschäftsbedingungen, bevor Sie sich auf Angebote oder Tests einlassen. Das Kleingedruckte gibt’s auch im Web!
+ Gehen Sie mit Ihren Daten wie Name, Adresse, Telefon sorgsam um. Geben Sie nie persönliche Daten ein, ohne genau nachzulesen, wozu sie benötigt werden.
+ Unerklärbare Rechnungen nicht gleich zahlen. Überprüfen Sie die Fakten und wenden Sie sich im Zweifelsfall an eine Konsumentenberatungsstelle.
+ Haben Sie sich auf einer vermeintlichen Gratisseite angemeldet oder haben Sie eine Zahlungsaufforderung bekommen, nutzen Sie umgehend Ihr Rücktrittsrecht laut Konsumentenschutzgesetz. Tun Sie das schriftlich und eingeschrieben. Mehr Informationen zum Rücktrittsrecht und einen Musterbrief für das Rücktrittsschreiben finden Sie auf www.arbeiterkammer.at

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Doris Strecker
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