Freizeitunfälle und Krankenstände kosten die AUVA über 200 Millionen Euro jährlich

AUVA Obmann Klomfar setzt auf "flankierende Effekte"

Wien (OTS) - Nur rund 5 Prozent der betrieblichen Fehlzeiten entfallen auf Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Den stattlichen Rest machen Freizeitunfälle und "normale" Krankheiten aus. Das ist aus Sicht der AUVA das Hauptergebnis des Fehlzeitenreports 2008 der Wirtschaftskammer Österreich.

Wie aus dem Fehlzeitenreport 2008 unter anderem hervorgeht, ist die Zahl der Arbeitsunfälle zwischen 1974 und 2005 um 44 Prozent gesunken. An diesem Erfolg ist die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) mit ihrem intensiven Engagement auf dem Gebiet der Prävention maßgeblich beteiligt. "Damit konnten wir eine große Kosteneinsparung vor allem im Bereich der Unfallrenten erzielen", erklärt AUVA Obmann Komm.-Rat Helmut Klomfar.

Nicht zuletzt hat diese erfreuliche Entwicklung dazu geführt, dass der Anteil der Arbeitsunfallverletzten in den Unfallkrankenhäusern der AUVA immer geringer wird und zurzeit bei rund 12 Prozent liegt. Das Problem: "Für den überwiegenden Teil unserer Patienten bekommen wir von den zuständigen Krankenkassen nur etwa ein Viertel unserer Kosten ersetzt. Die Unterdeckung liegt bei 130 Millionen Euro pro Jahr", erklärt Klomfar und sieht darin den Hauptgrund für die angespannte Finanzlage der AUVA.

Klomfar fordert seit Jahren Kostenwahrheit - leider bis jetzt erfolglos. Der Fehlzeitenreport wirft nun die Frage auf, ob das Präventions-Know-how der AUVA nicht auch zur Senkung von Freizeitunfällen und Nicht-Berufskrankheiten eingesetzt werden sollte. "Ich denke dabei an flankierende Effekte unserer derzeitigen Kampagne zur Senkung der Sturzunfälle, die sich auch auf den Freizeitbereich auswirkt. Ich denke weiters an unser Know-how auf dem Gebiet der Ergonomie. Damit ließen sich nicht nur Millionen Krankenstandstage reduzieren, die auf Beschwerden des Bewegungs- und Stützapparates zurückgehen, sondern auch die Zahl der Frühpensionen."

Noch ein weiterer Grund lässt Klomfar über die reine Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten hinaus denken: der Zuschuss zur Entgeltfortzahlung, den die AUVA an kleine und mittlere Unternehmen (mit weniger als 51 Beschäftigten) für Fehlzeiten zu leisten hat. "Allein dafür sind heuer 74,2 Millionen Euro vorgesehen. Ein Aufwand, der durch entsprechende Präventionsmaßnahmen deutlich verringert werden könnte", ist Klomfar überzeugt. "Im Rahmen unseres Gesetzesauftrags stellen wir unser Know-how selbstverständlich kostenlos zur Verfügung. Für alles, was darüber hinausgeht, müsste man über eine Kostenbeteiligung all jener reden, die daraus einen Nutzen ziehen. Mit der Reduzierung von Millionen Krankenstandstagen wäre der volkswirtschaftliche Nutzen enorm."

Über die AUVA: Soziale Unfallversicherung für rund 4,4 Millionen Versicherte

Bei der AUVA sind rund 4,4 Mio. Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Mio. Arbeiter, 1,5 Mio. Angestellte, 370.000 Selbstständige sowie 1,3 Mio. Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 3.930,00 Euro) als Unfallversicherungsbeitrag ein.

Prävention ist die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, weil sich damit das Schadensgeschehen ursächlich beeinflussen lässt. Prävention, also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten, senkt die Kosten für die Heilbehandlung, die Rehabilitation und die finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten. Die AUVA hat sich daher nie als "Verwalter" von Arbeitsunfällen betrachtet oder sich darauf beschränkt, "nur" die Haftung der Arbeitgeber im Falle von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten zu übernehmen. Die AUVA hat es immer als ihre vorrangige Aufgabe angesehen, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle zu verhüten: etwa durch intensive Aufklärung über Gefahren am Arbeitsplatz, Information oder Motivation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch Forschung oder durch vorbeugende Betreuung von besonders bedrohten Versicherten. In die Säule Prävention wurden 2006 rund 56 Mio. Euro investiert.

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