Schatz zu Lehrlingsförderungspaket: Förderung benachteiligt Frauen

Betriebe, die nicht ausbilden, finanziell stärker in die Pflicht nehmen

Wien (OTS) - Das geplante Förderungspaket für Lehrlinge krankt bei näherer Betrachtung: "Erstens benachteiligt die Förderung Frauen, zweitens würden Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, weiterhin nicht ausreichend in die Pflicht genommen werden. Da macht sich wieder eine Gruppe von Männern aus, dass die strukturelle und finanzielle Benachteiligung von Frauen bereits bei den Lehrlingen festgeschrieben werden soll," kritisiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen die vorgesehenen unterschiedlichen Förderungsbeträge für Lehrstellen.

Klassische Männerberufe, die ohnehin höhere Löhne einbringen, sollen jetzt von der öffentlichen Hand stärker gefördert werden als klassische Frauenberufe.
"Damit wird der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männer bereits in der Ausbildung festgelegt. Das ist ein falsches Signal. Das Bemühen vereinzelt junge Frauen in Männerberufe zu coachen, wird daran auch nichts ändern", so Schatz weiter.
Warum Betriebe, die keine oder kaum Lehrlinge ausbilden, dann aber nach den FacharbeiterInnen rufen nicht finanziell stärker in die Pflicht genommen werden, ist unverständlich, so Schatz. "Ältere, erfahrene und kompetente ArbeitnehmerInnen werden wegen zu hoher Kosten gekündigt und dann wird nach den jungen, billigeren gerufen. Das kann es nicht sein. Die Ausbildung im Betrieb, das Weitergeben von spezifischem Wissen ist der Kern des dualen Ausbildungssystems. Wenn sich ein Betrieb da abputzt, dann muss das auch finanzielle Konsequenzen haben. Es ist keine Gnade, die öffentlich durchzufinanzieren ist, wenn Betriebe junge Menschen ausbilden. Es liegt in ihrem eigenen Interesse in die Qualifikation ihrer MitarbeiterInnen zu investieren."

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