ÖSTERREICH: Bis zu 700 Tote pro Jahr durch Feinstaub

Grazer Politik hält Feinstaub-Studie unter Verschluss - ÖSTERREICH bringt Studien-Details - Klage gegen Bund

Wien (OTS) - Eine Feinstaub-Studie, die vom steirischen SP-Gesundheitslandesrat Helmut Hirt in Auftrag gegeben wurde, sorgt für Aufregung. Hirt hält die Studie geheim. Argument: Man wolle sich keinen zweiten Flop wie im Winter 2006/07 leisten, als Feinstaub-Tempo-Limits vom UVS gekippt wurden und 100 km/H-Beschränkungen in der Steiermark wieder aufgehoben werden mussten.
Allerdings: Studienautor Manfred Neuberger vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien spricht offen über seine Feinstaub-Studien und erklärt gegenüber ÖSTERREICH die brisanten Details, die auch für Wien gelten.
Kernaussage: Bereits zehn Mikrogramm Feinstaub (PM10) erhöhen die Sterblichkeit der Menschen in Städten um 1,5 Prozent. In absoluten Zahlen würden in Österreich bereits mehr Menschen an der Feinstaubbelastung sterben als bei Verkehrsunfällen - somit mehr als 700 Feinstaub-Tote pro Jahr. Neuberger und sein Team hatten Daten in Graz über einen Zeitraum von 16 Jahren und in Wien über fünf Jahre untersucht.
Eine aktuelle Erhebung des Umweltbundesamtes zeigt erschreckende Zahlen. Der erlaubte Grenzwert von 50 Mikrogramm PM10 je Kubikmeter Luft betrug vergangenen Sonntag bereits 260, wurde also um mehr als 420 Prozent überschritten. In Wien wurde der Wert am 6. Jänner um 42 Prozent übertroffen.
Christian Wabl, Mitglied der Bürgerinitiative "feinstaub.at", erklärt gegenüber ÖSTERREICH: "Die Studie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich klage jetzt die Republik Österreich, das Luftreinhaltegesetz tatsächlich zu exekutieren. Gestern war der Wert in Graz schon wieder um das Fünffache überschritten."

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