Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Tagebuch

Der ewige Malthus

Wien (OTS) - Es war um das Jahr 1800. Auf der Erde lebte eine
knappe Milliarde Menschen. Da löste Thomas Robert Malthus mit einer neuen Theorie Panik aus: Der Zuwachs der Lebensmittel-Produktion könne mit jenem der Menschen nicht mehr mithalten. Hunger, Kriege, Krankheiten wären die unausweichliche Folge.

Heute steuern wir auf die siebente Milliarde zu, und die Malthus-These hat sich als Unsinn erwiesen. Das gleiche passierte dem "Club of Rome", der uns in den 70-er Jahren ganz ähnlich einreden wollte, dass uns noch im 20. Jahrhundert die wichtigsten Rohstoffe ausgehen würden. Allein, auch im 21. Jahrhundert sind alle Rohstoffe vorhanden und für mehr Menschen denn je leistbar.

Dennoch versuchen "Experten" wieder mit einer ähnlichen Idee Panik (und Geld) zu machen. Heute verbreiten die Erben von Malthus und Club of Rome den Slogan vom unlöschbaren "ökologischen Fußabdruck", den jeder Mensch hinterlasse.

Warum sind alle diese scheinbar so einleuchtenden Ideen grundfalsch? Weil sie von einem statischen Weltbild ausgehen. Im wirklichen Leben ist nämlich noch jede Knappheit durch die technologische Dynamik kompensiert worden. Daher lebt heute ein weit größerer Prozentsatz der Menschen unter erträglicheren materiellen Lebensbedingungen denn je zuvor (Die geistigen Probleme lassen wir hier ausgeklammert, da wir uns ihretwegen ja nicht eine Hungersnot wünschen wollen).

Der technische Fortschritt als Problemlöser wird durch die tatsächliche oder befürchtete Verknappung eines Guts angetrieben. Dann steigt dessen Preis und treibt den Forscher- und Erfindergeist zu Höchstleistungen.

So bleibt den Anhängern der Hungersnöte nur noch eine letzte Waffe: das Verbot von Innovationen. Was ihnen in reichen Ländern wie Österreich und Deutschland auch zum Teil gelingt, wo man die Not der 40-er Jahre rasch vergessen hat und nun an das ewige Schlaraffenland glaubt. Daher versucht eine dumpfe Gesinnungsgemeinschaft von Grünen, NGOs, manchen Kirchen und vielen Medien alles zu bekämpfen, was mit Gentechnik, Atom, Hormon, Technik und Gewinnen zu tun hat. Zum Glück für die Welt erinnern sich aber andere Länder noch ziemlich gut an die Zeit der Armut.

www.wienerzeitung.at/tagebuch

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
redaktion@wienerzeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWR0001