Neujahrsempfang und Tizian-Finissage im Kunsthistorischen Museum

Große Tizian-Schau des KHM ging gestern, 6.1. mit über 200.000 Besuchern zu Ende

Wien (OTS) - Generaldirektor Wilfried Seipel lud gestern, Sonntag, dem 6. Jänner 2008, zum Neujahrsempfang mit Tizian-Finissage in das Kunsthistorische Museum. An die 150 Gäste, darunter Museumskollegen wie Mikhail Piotrovski, Direktor des weltgrößten Museums - der Staatlichen Eremitage St. Petersburg, Agnes Husslein (Belvedere), Klaus Albrecht Schröder (Albertina), Edelbert Köb (Mumok), Bernd Lötsch (NHM), Rudolf und Elisabeth Leopold (Leopold Museum) und Johanna Rachinger (ÖNB) sowie die Botschafter zahlreicher Länder mit denen das KHM langjährige Kontakte pflegt, nahmen die Gelegenheit wahr, Tizians Spätwerk ein letztes Mal zu bewundern, bevor es ab 26. Jänner in den Gallerie dell’Accademia in Venedig zu sehen sein wird.

Natasha Korsakova, eine junge Geigerin russisch-griechischer Abstammung und Ururgroßnichte des Komponisten Nikolai Rimsky-Korsakov, interpretierte zwei Werke von Johann Sebastian Bach und Eugene Ysaye. Sie spielte auf einer Violine von Giuseppe Guaneri del Gesu, Cremona 1739, aus der Sammlung Axelrod. Es war dies bis 1978 das Konzertinstrument von Sir Yehudi Menuhin und befindet sich seit 2003 als Dauerleihgabe in der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums.

Bei seiner anschließenden Ansprache nahm der Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums auch zur laufenden Museumsdebatte Stellung. Er betonte, "dass es den Bundesmuseen nicht an Ideen, Plänen, Kooperationswillen und Profilbildung fehlt, auch nicht an gesellschaftlicher Akzeptanz, nicht an internationaler Anerkennung. Woran es fehlt", so Wilfried Seipel, "ist nicht nur das Geld - die Anhebung bzw. die Inflationsanpassung der Basistangente ist ja inzwischen allgemein anerkanntes Desiderat, sondern das politische Interesse im allgemeinen. Nicht EIN Ministerium ist hier angesprochen. Hier geht es um mehr: Um das Engagement auch des Wirtschaftsministeriums, des Finanzministeriums, des Wissenschaftsministeriums genauso wie des Bundeskanzlers! Die Bundesmuseen sind eine der Geschichte, aber vor allem dem kulturellen Selbstverständnis Österreichs zutiefst verpflichtete Institution. Ihre Sammlungen, aus welcher Epoche, aus welchem Land, aus welcher Kunstgattung, aus welchem ethnologischen, technischen, naturkundlichen, wissenschaftsgeschichtlichen oder kunsthistorischen Bereich auch immer sie stammen mögen, sie bilden eines der wichtigsten Fundamente unseres Landes. Die Fürsorge, dieses Fundament zu festigen, nicht brüchig werden zu lassen, es vielmehr weiter auszubauen, zu erweitern, wäre die eigentliche Aufgabe unserer Regierung. Ob es der notwendige Tiefspeicher der Nationalbibliothek ist, die Fertigstellung der Kunstkammer des KHM und die Erweiterung des zweiten Innenhofs, die seit Jahrzehnten überfällige Restaurierung der Fassaden des KHM und des NHM, die Fertigstellung des Zwanzigerhauses und des Museums für Völkerkunde, um nur einige der vordringlichsten Sanierungsvorhaben zu nennen - das wären die wirklich dringenden Anliegen einer neuen Museumspolitik, einer Museumspolitik freilich, die über die Parteigrenzen der Regierung hinweg ein gemeinsames Anliegen der Republik Österreich sein sollte. Das wäre nicht nur MEIN Wunsch an das Neue Jahr, sondern wohl von uns allen!"

weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=1&dir=200801&e=20080106_k&a=event

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Irina Kubadinow
Leiterin der Abteilung
Öffentlichkeitsarbeit | Marketing
Kunsthistorisches Museum mit MVK und
ÖTM Wissenschaftliche Anstalt
öffentlichen Rechts
1010 Wien, Burgring 5
Tel: +43/1/525 24- 4021
Fax: +43/1/525 24- 4098
irina.kubadinow@khm.at
www.khm.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KHM0001