EAG-Börsegang: 110 Mio Euro Verlust droht

Fairer IPO-Preis laut Wirtschaftsblatt deutlich unter Energie-Allianz-Rückkaufpreis

Linz (OTS) - 2006 wurden gemäß den Wünschen von Landeshauptmann Pühringer und Generaldirektor Windtner ein Viertel der EAG-Aktien von der Energie-Allianz zu einem Preis von 23,75 Euro pro Aktie zurückgekauft. Deutlich darunter - nämlich bei knapp 20 Euro - liegt laut den Berechnungen der Experten des ‚Wirtschaftsblatts’ der "faire IPO-Preis" der EAG-Aktien (Robert Gillinger, Wirtschaftsblatt vom 27.12.2007). "Durch die Differenz aus dem Rückkaufpreis der Aktien und dem Verkaufpreis an der Börse droht eine enorme Verschleuderung des Volksvermögens der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. 110-Millionen-Euro-Verlust würde der Verkauf der Aktien bei einem Börse-Ausgabepreis von 20 Euro pro Aktie bedeuten!", warnt SP-Klubchef Dr. Frais.

Da zum Zeitpunkt des Landtagsbeschlusses für den Börsegang kein Bewertungsgutachten vorlag, erweisen sich die Analysen des Wirtschaftsblattes - vor allem im Hinblick auf dessen Aktionärs-Leserpublikum - als höchst interessant. "Aus heutiger Sicht würden wir bei Kursen unter 20 Euro zum Kauf der Aktie raten", analysierte Börsenexperte Gillinger am 27.12.2007. Vergleicht man bei gleicher Aktienstückzahl den Preis für den Rückkauf der Aktien mit dem geplanten Börse-Ausgabepreis, so würde daraus ein finanzieller Schaden von 75 Millionen Euro für das Land Oberösterreich resultieren. Auf das komplette Platzierungsvolumen von rund 29,235 Millionen EAG-Aktien bezogen, würde der finanzielle Nachteil zwischen 23,75 Euro/Aktie (Rückkauf Energie-Allianz) und 20 Euro/Aktie (Börsegang) sogar 110 Millionen Euro ausmachen.

"Nicht nur aus Sicht der sozial gerechten Daseinsvorsorge, sondern auch aus finanzwirtschaftlicher Sicht droht der Börsegang zum massiven Schaden für unser Bundesland zu werden. Ich appelliere daher an Pühringer und Windtner, unverzüglich von ihren Börseplänen Abstand zu nehmen und das öffentliche Eigentum der Oberösterreicherinnen und Oberösterreich nicht zu verschleudern", fordert der SP-Klubchef. Allein um den finanziellen Nachteil, der aus Energie-Allianz-Ausstieg und Börsegang resultiert, ausgleichen zu können, müsse Pühringer um 3,75 Millionen mehr Energie-AG-Aktien an der Börse verkaufen, zeigt Frais die Dimension der Verschleuderung öffentlichen Vermögens auf.

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SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner

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