Organisierter Sport - eine wichtige gesellschaftliche Ressource Im Jahr 2006 91,7 Millionen Euro an Bundessportförderung

Wien (PK) - Dem Parlament wurde der Sportbericht für die Jahre 2005 und 2006 übermittelt. Der Bericht umfasst 400 Seiten, auf denen u.a. die Sportförderungen sowie deren Kontrolle detailliert aufgelistet sind und die Leistungen der einzelnen Verbände beschrieben werden. (III-109 d.B.)

Ökonomische Bedeutung des Sports: 10 % Beschäftigungsanteil, 7,5 % Wertschöpfungsanteil

Mit dem neuen Bundes-Sportförderungsgesetz 2005 konnte ein solides Fundament für eine moderne Entwicklung des österreichischen Sports gelegt werden. Die Finanzkraft der Verbände wurde massiv gestärkt, der Behindertensport und der Bergsport wurden in das Gesetz aufgenommen und das Fördermanagement wurde in Schlüsselbereichen auf Projektförderung ausgerichtet. Die ökonomische Bedeutung des österreichischen Sports ist beeindruckend: 10 % Beschäftigungsanteil und 7,5 % Wertschöpfungsanteil.

Der organisierte Sport als Dienstleister für Jung und Alt, Frauen und Männer, für persönliches Wohlbefinden und Gesundheit, als Wirtschaftsmotor, als Quelle der Integration mit Behinderung ist eine wichtige gesellschaftspolitische Ressource für Österreich, heißt es im Bericht.

2005: 80,4 Mill. €, 2006: 91,7 Mill. € Bundes-Sportförderungsmittel

In den Jahren 2005 und 2006 gelangten Bundes-Sportförderungsmittel in folgender Höhe zur Auszahlung: 2005 (2006): Besondere Bundes-Sportförderung 46,7 Mill. € (54,8 Mill. €), Allgemeine Bundes-Sportförderung 15,3 Mill. € (14,8 Mill. €), Investitionsmaßnahmen EURO 2008 18,3 Mill. € (22 Mill. €). Die Gesamtsumme betrug somit für 2005 knapp 80,4 Mill. € und für 2006 91,7 Mill. €.

Im Jahr 2007 machten die besonderen Bundes-Sportförderungsmittel 61,22 Mill. € aus. Im Vergleich zum Jahr 2000 (33,43 Mill. €) stellt dies eine Steigerung von über 83 % dar.

Für die Förderung der österreichischen Dachverbände stehen 2007 19,11 Mill. € zur Verfügung.

Die verfügbaren Förderungsmittel für die österreichischen Fachverbände - mit Ausnahme des ÖFB - stiegen von 2004 (7,85 Mill. €) um über 130 % auf 18,2 Mill. € im Jahr 2007. Dem ÖFB stehen 2007 mit 14,89 Mill. € um über 21 % mehr Fördermittel gegenüber dem Jahr 2004 zur Verfügung.

Die verfügbaren besonderen Bundes-Sportförderungsmittel für den Behindertensport stiegen in den letzten drei Jahren um über 60 % und betragen im Jahr 2007 knapp 1 Mill. €.

Das Österreichische Olympische Comite erhält zweckgewidmet für die professionelle Beschickung olympischer Spiele im Jahr 2007 mit
2 Mill. € um über 65 % mehr Förderungsmittel als 2004.

Seit 2006 stehen dem Verband Alpiner Vereine Österreichs zur Umsetzung der bundesweiten Bewegungsinitiative und zur Durchführung von innovativen Sportprojekten zusätzliche Bundes-Sportförderungsmittel zur Verfügung. 2007 werden sie über 6 Mill. € betragen.

Spitzen-, Leistungs- und Nachwuchssport

In den Jahren 2005 und 2006 wurden seitens des Bundeskanzleramtes jeweils 2,7 Mill. € den Bundes-Fachverbänden für Projekte im Rahmen von Top Sport Austria zur Verfügung gestellt. Die Förderung erhielten zu 70 % Männer und zu 30 % Frauen.

Die Frauensportförderung - damit sollen jene Sportlerinnen gefördert werden, die trotz beachtlicher sportlicher Erfolge aufgrund des hohen leistungssportlichen Niveaus der Richtlinien von Top Sport Austria keine finanzielle Unterstützung erlangen - belief sich in den Jahren 2005 und 2006 auf insgesamt 427.183 €.

Dem Bericht ist auch zu entnehmen, dass neben der Förderung der Top-AthletInnen spezielles Augenmerk auf die Nachwuchsförderung gelegt wurde. Mittels der vorhandenen Kompetenz-/Leistungszentren wie dem Schigymnasium Stams, der Schihandelsschule Schladming und dem Leistungssportzentrum Südstadt sollen junge SportlerInnen mit einer entsprechenden schulischen Ausbildung (möglichst Maturaabschluss) an die (inter)nationale Spitze herangeführt werden.

11 Sportlerinnen und 9 Sportler des Sportleistungsmodells Südstadt wurden im Jahr 2005 mit 35.000 € und im Jahr 2006 wurden 12 Sportlerinnen und 14 Sportler mit 41.500 € hinsichtlich der Unterkunftskosten unterstützt. Die Sportstipendien werden nur mehr für die SportlerInnen des Sportleistungsmodells Südstadt vergeben, da diese Institution vom Bundeskanzleramt besonders gefördert wird.

Fit für Österreich

Mit dieser Projektreihe soll zielgruppenorientiert auf das Potential des organisierten Sports als Dienstleister im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht, vorhandene gesundheitsfördernde Potentiale ausgeschöpft und neue Wege zur Reduktion der Krankheitskosten und zur Entlastung des Gesundheitssystems aufgezeigt werden.

Das Pilotprojekt "SportKids" richtet sich an Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahre. Sportpädagogisch geschulte BetreuerInnen testen in Kindergärten und Volksschulen die sportmotorische Begabung von Kindern. Unter professioneller, kindgerechter Betreuung gibt es zusätzliche Sporteinheiten außerhalb des Kindergarten- und Schulbetriebes. Regionale Sportvereine organisieren diese Einheiten.

20.000 Kinder und Jugendliche nahmen bereits aktiv an den Sport-, Sprach- und Medien-Workshops des Schulprojektes "spark7 SLAM Tour" teil; der Name "SLAM" steht als Synonym für Sport, Language Action und Multimedia. ExpertInnen aus diesen Bereichen gestalten gemeinsam mit TrainerInnen und Aktiven aus regionalen Sportvereinen der Sportdachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION einen ganz besonderen Schultag. An diesem Projekt beteiligten sich 67 Schulen in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Wien und Oberösterreich.

Wenn den Empfehlungen, ein gesundes, sportlich aktives Leben zu führen, entsprochen wird, sind volkswirtschaftliche Einsparungseffekte von bis zu 3,64 Mrd. € erzielbar, das entspricht 1,7 % des Bruttoinlandsproduktes. Auf Basis dieser IHS-Studie wurde das Projekt "Fit for Business" initiiert. In Kooperation mit dem organisierten Sport werden Bewegungsprogramme sowie verschiedene Sportarten in den Betrieben angeboten.

Behindertensport

Beim Fonds zur Förderung des Behindertensports wurden 2005 und 2006 50 Förderanträge für Projekte mit einem Betrag von 1.438.000 € eingereicht. Von diesen 50 Förderanträgen wurden 37 Projekte mit einer Summe von 649.200 € bewilligt. Eines der wichtigsten Projekte ist das Projekt "Individualförderung-Behindertensport".

EURO 2008

Die Finanzierung der Stadienneu-,-zu- und -ausbauten erfolgte aufgrund einer Ermächtigung an den Finanzminister. Für die Jahre 2005 und 2006 waren im Bundesfinanzgesetz jeweils 15 Mill. € vorgesehen. Für alle Stadienbauten sind Controllingbeiräte eingerichtet, in denen die Fördergeber vertreten sind und laufend über den Fortgang und die Bautätigkeit berichtet wird.

Zur Durchführung der Vorbereitungen für die EURO 2008 wurden seitens des Bundes drei Gremien eingerichtet: Steuerungsgruppe Bund EURO 2008 (beschäftigt sich auch mit Fragen der Sicherheit, des Verkehrs, mit Marketing und Tourismus sowie mit dem Nachhaltigkeitskonzept), Koordinationsgruppe EURO 2008 (dient der Koordination zwischen den Host Cities und dem Bund) und Abstimmungsmeetings zwischen den staatlichen Stellen in der Schweiz und in Österreich. Der Verein "2008 - Österreich am Ball" hat die Zielsetzung, Begleitprogramme für die EURO 2008 mit kulturellen, sportlichen, touristischen und sozialen Schwerpunkten zu entwickeln. Darüber hinaus fand im November 2006 im "Haus des Sports" in Wien ein Workshop mit dem Titel "Erkenntnisse aus der FIFA WM 2006 in Deutschland für Österreich" statt. Ziel dieser Veranstaltung war die Sammlung wichtiger Erfahrungen der Organisatoren der WM 2006.

Staatsbürgerschaften

2005 wurden 28 Ansuchen um Ausstellung einer Staatsinteressensbescheinigung für SpitzensportlerInnen für die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft gestellt, wovon 16 Ansuchen positiv weitergeleitet wurden; 2006 wurden 32 Ansuchen gestellt, wovon 20 weitergeleitet wurden. Die 2005 und 2006 positiv abgeschlossenen Ansuchen betreffen u. a. die Sportarten Basketball, Eislaufen, Fußball, Handball, Reiten, Eishockey, Tischtennis, Schilanglauf, Orientierungslauf, Bahnengolf und Schwimmen.

Die österreichischen Lotterien und der Sport

Toto im Speziellen und die Österreichischen Lotterien im Allgemeinen leisten über Sportförderung und Sportsponsoring einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Breiten- und Spitzensports in Österreich. In den Jahren 2005 und 2006 erhielt der Sport aus dem Titel der Sportförderung insgesamt 101,5 Mill. € und damit um mehr als 34 % mehr als in den beiden Jahren zuvor. Seit der Gründung der Österreichischen Lotterien im Jahr 1986 beträgt die Sportförderung mehr als 635 Mill. €.

Für ihre Sponsoring-Tätigkeit haben die Lotterien den Slogan "manches möglich machen ..." gewählt. "Manches möglich machen ..." wie etwa die beiden Fußball-Nachwuchsprojekte "Internationaler Jugend Toto Cup" (Turnier für 4 Unter-17-Nationalmannschaften) und "Toto Jugendliga" (österreichweite Nachwuchsmeisterschaft). Die Österreichischen Lotterien unterstützen auch das Projekt "Challenge 2008 - Der österreichische Weg" zur Entwicklung einer neuen schlagkräftigen Fußball-Nationalmannschaft. Darüber hinaus sponserten die Lotterien die Bewerbung "Salzburg 2014" als Austragungsort der XXII. Olympischen und XI. Paralympischen Winterspiele, den Vienna City Marathon, den Wachau-Marathon, den Tag des Sports auf dem Wiener Heldenplatz, den Street Soccer Cup oder das Fest der Pferde. (Schluss)

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