"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: Lähmendes System

Vorschläge zur Reform der Verwaltung werden leider immer gleich verteufelt.

Wien (OTS) - Es ist stets das Gleiche: Macht ein Experte oder ein Politiker in Österreich einen konkreten Vorschlag zur Vereinfachung der Verwaltung, fallen gleich alle über ihn her. Die angedachte Reform sei a) sinnlos b) nicht umsetzbar und c) undemokratisch, empören sich die Betroffen. So läuft es bei Reformvorschlägen im Spitalswesen (in dem laut Ökonomen bis zu zwei Milliarden Euro eingespart werden könnten, ohne dass der medizinische Standard sinkt). So läuft es im Bildungsbereich (in dem der Bund immer noch die vom Land eingestellten Lehrer bezahlt). Und so läuft es bei Vorschlägen zur effizienteren Nutzung von Ressourcen auf lokaler Ebene. Jüngstes Beispiel: Die Empörung über Staatssekretär Christoph Matznetter, der im KURIER angeregt hatte, die Aufgaben von Kleingemeinden zu bündeln. Sparen ja, aber bitte bei den anderen, lautet das Motto der Besitzstands-Verteidiger auf allen Ebenen. So wird die von SPÖ und ÖVP als Herzstück der Regierungsarbeit angekündigte "große Verwaltungsreform" wohl nie kommen. Und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl behält mit seiner Kritik recht: "Österreich ist ein sich selbst lähmendes System geworden."

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