Jahresbilanz 2007 der APA-OTS-Politikportalanalyse: Gusenbauer meist genannter Politiker 2007

Innsbruck/Wien (OTS) - MediaWatch erstellte im Auftrag von APA-OTS ein Jahresranking der meist genannten Politiker 2007 in den österreichischen Tageszeitungen. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich vom 1. Jänner bis 15. Dezember 2007. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist der meist genannte Politiker des Jahres 2007 und positioniert sich damit an erster Stelle des Top-30 Politikerrankings. Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer folgt auf dem zweiten Rang, an dritter Stelle liegt der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Im Parteienranking dominiert wie im Vorjahr die ÖVP, den zweiten Rang nimmt die SPÖ ein, gefolgt vom BZÖ.

Facts & Figures zum Politiker-Jahres-Ranking 2007

Mit 27.934 Nennungen setzt sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer eindeutig an die Spitze des Rankings der 30 meist genannten Politiker 2007. Im Jahr 2006 war Gusenbauer mit 22.951 Nennungen noch auf dem zweiten Platz zu finden. Die höchste mediale Präsenz erreicht der Kanzler in diesem Jahr im Bereich Bildungspolitik mit den Themen Uni-Quoten und Gesamtschule.

Bei der Gesamtschule konnte nach zähem Ringen der Koalitionspartner schließlich doch noch eine Einigung erzielt werden:
Im September 2008 können die ersten Schulversuche zur "Neuen Mittelschule" starten. Weitere wichtige Themen des Kanzlers im Jahr 2007: Der Ortstafel-Konflikt, die Auseinandersetzung mit Tschechien über das Atomkraftwerk Temelin und die Causa Eurofighter.

Auf Rang zwei des Rankings findet sich Vizekanzler Wilhelm Molterer mit 16.194 Nennungen. Mediale Schwerpunkte Molterers waren vor allem die Diskussion um die Eurofighter und die Pflegedebatte. Im Eurofighter-Untersuchungsausschuss gab es eine Auseinandersetzung zwischen Molterer und dem Ausschussvorsitzenden Peter Pilz (Rang 24, 3.406 Nennungen) bezüglich der Veröffentlichung von Akten aus dem Finanzministerium.

Mit dem von Verteidigungsminister Norbert Darabos (Rang fünf, 10.811 Nennungen) neu aus verhandelten Kaufvertrag, der eine auf 15 reduzierte Stückzahl vorsah, war der Vizekanzler nicht einverstanden. Molterer kündigte an, den Rechnungshof und den Nationalen Sicherheitsrat mit einer Prüfung zu beauftragen.
Mit der monatelangen Diskussion um eine Einigung in der Pflegedebatte wurde Sozialminister Erwin Buchinger (Rang acht, 8.205 Nennungen) ins mediale Rampenlicht gerückt.

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider kann sich mit 14.665 Nennungen auf dem dritten Rang positionieren. Die meisten Nennungen verzeichnet Haider zur Übernahme der Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria durch die Bayrische Landesbank und die Übersiedelung des oberösterreichischen Bundesligavereines Pasching nach Kärnten. Im Ortstafelkonflikt konnte auch im Jahr 2007 keine Einigung erzielt werden. Haider lehnte den Entwurf von Kanzler Gusenbauer, der 163 zweisprachige Tafeln vorsieht, ab und kritisierte auch Bundespräsident Heinz Fischer (Rang 15, 5.500 Nennungen), der sich für eine rasche Lösung der Ortstafelfrage ausgesprochen hatte.

Der Fall Arigona Zogaj beherrschte im Oktober die mediale Berichterstattung. Innenminister Günther Platter (Rang vier, 10.920 Nennungen) geriet in die Schlagzeilen, weil die 15-jährige Arigona vor der drohenden Abschiebung untertaucht war und Selbstmordgedanken äußerte, falls sie nicht in Österreich bleiben könne. Der Fall Zogaj löste eine Debatte über das Asyl- und Bleiberecht aus. Die Grünen und Bundespräsident Heinz Fischer sprachen sich für ein generelles Bleiberecht aus, Platter lehnte dies ab.

Neben der Causa Eurofighter erzielt der fünft-platzierte Verteidigungsminister Norbert Darabos große mediale Resonanz zum geplanten Tschad-Einsatz des österreichischen Bundesheeres, der von der Opposition scharf kritisiert wird.

Wolfgang Schüssel, der im Vorjahr mit 30.578 Nennungen das Ranking anführte, rutscht mit 9.508 Nennungen auf den sechsten Platz ab. Der Ex-Bundeskanzler gab nach den verlorenen Nationalratswahlen den ÖVP-Parteivorsitz an Wilhelm Molterer ab und ersetzt diesen nun als Klubchef der Volkspartei.

Für die FPÖ positioniert sich Heinz-Christian Strache mit 7.631 Nennungen auf Rang zehn des Rankings. Fotos, die Strache bei wehrsport-ähnlichen Übungen zeigten, brachten den freiheitlichen Obmann in Bedrängnis.

Auf Rang sieben des Rankings findet sich die bestplatzierte Frau, Bildungsministerin Claudia Schmied mit 8.797 Nennungen. Ihr wichtigstes Thema war die Debatte um die "Neue Mittelschule". Insgesamt sind sechs Politikerinnen unter den Top-30 vertreten.

BZÖ-Chef Peter Westenthaler erreicht Rang 16 im Ranking (5.269 Nennungen), Grünen-Bundessprecher Alexander van der Bellen schafft mit Rang 30 (2.633 Nennungen) noch den Einzug in die Reihung der dreißig meist genannten Politikerinnen und Politiker in Österreichs Tageszeitungen.

Die ÖVP ist mit zwölf Politikern die stärkste Partei im Ranking des Jahres 2007. Die SPÖ folgt mit zehn, das BZÖ mit drei Vertretern. Die Grünen sind mit zwei Akteuren, die FPÖ mit einem Akteur präsent. Weiters finden sich im Ranking Bundespräsident Heinz Fischer und WKÖ-Chef Christoph Leitl (Rang 29, 3.014 Nennungen).

Die Top-3 der Jahresrankings 2003 bis 2007 im Überblick

2007: Gusenbauer, Molterer, Haider
2006: Schüssel, Gusenbauer, Haider
2005: Haider, Schüssel, Gorbach
2004: Haider, Schüssel, Grasser
2003: Haider, Schüssel, Grasser

Comment & Analysis zum Politiker-Jahres-Ranking 2007

"Politische Inhalte werden in modernen Demokratien vor allem über die Medien an die Bevölkerung vermittelt. Der Wettbewerb der Parteien um die Aufmerksamkeit und Gunst des österreichischen Wählerpublikums ist besonders in Wahlkampfjahren stark ausgeprägt. Die wahlwerbenden Parteien werden in der Medienöffentlichkeit durch ihre Spitzenkandidaten personifiziert und somit leichter greifbar. Die Spitzenkandidaten und Spitzenpolitiker sind ein idealer Vermittler von politischen Themen, aber auch von weichen Faktoren wie Image, Reputation und Vertrauen. Diese Eigenschaften schaffen langfristige Werte am Meinungs- und Wählermarkt, können kaum kopiert werden und stellen daher eine besondere Quelle für nachhaltige politische Wettbewerbsvorteile dar. Deshalb untersucht das MediaWatch-Institut in Kooperation mit APA-OTS die mediale Präsenz österreichischer Politikerinnen und Politiker in den heimischen Tageszeitungen", erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag. Clemens Pig die Bedeutung und Rolle der Medien in der politischen Kommunikation und analysiert das MediaWatch-Politiker-Jahresranking 2007:

"2007 hat gezeigt, dass die Politikberichterstattung - dem internationalen Trend folgend - von einer sehr starken Personalisierung gekennzeichnet war. Besondere Aufmerksamkeit erhielt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der über 13 Prozent aller Nennungen der Top 30 Politiker auf seine Person vereinen kann. Außerdem hat sich deutlich gezeigt, dass insgesamt die Spitzen der Parteien und Institutionen im Fokus der medialen Aufmerksamkeit standen: Im Ranking ist deutlich zu erkennen, dass sich ausnahmslos Parteichefs, Minister, Landesspitzen und Top-Funktionäre von Interessensvertretungen finden. In der täglichen Flut an Medien-Informationen aus Fernsehen, Radio, Zeitungen und Internet kämpfen die Parteien um die größte mögliche Aufmerksamkeit des Wählerpublikums, und das gelingt am besten durch eine gezielte, starke Medienpräsenz der jeweiligen Spitzenpolitiker", so Clemens Pig.

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MediaWatch ist Österreichs führender Spezialist für quantitative und qualitative Medienresonanz-Analysen und erstellt für PR-Professionals aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung maßgeschneiderte Analysen für strategisches KommunikationsControlling und Issues Management. Die Analysen von MediaWatch basieren auf sozialwissenschaftlichen Methoden und Verfahren, vor allem der Inhaltsanalyse der massenmedialen Berichterstattung.

"Die Medien stellen das wichtigste Bindeglied und die zentrale Drehscheibe zwischen Politik und Wählern sowie zwischen Unternehmen und Kunden dar. Deshalb bringen MediaWatch-Analysen wertvolle kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse über die mediale Performance von Politikern und Unternehmen und ermöglichen strategische Wettbewerbsvorteile im täglichen Ringen um die Aufmerksamkeit des Medienpublikums", erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag. Clemens Pig die Geschäftsidee von MediaWatch.

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