Ärztekammer fordert konstruktive Vorschläge von Bundespolitik

Steinhart: "Kein weitreichendes Verständnis für heimische Gesundheitspolitik bei Gusenbauer ersichtlich"

Wien (OTS) - Mit Empörung reagierte heute, Donnerstag, Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart auf die Aussagen von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, es werde keine Finanzspritze vom Bund für die Gebietskrankenkassen geben. Diese Ansage sei "absolut entbehrlich und zeugt nicht von weitreichendem Verständnis für die österreichische Gesundheitspolitik", so Steinhart. Der Vizepräsident kritisiert zudem, dass von der Bundesregierung keine konstruktiven Vorschläge zur Lösung der Finanzprobleme der Gebietskrankenkassen kämen. "Wenn wir noch länger weiterdiskutieren, wird das System kollabieren und letztlich werden die Patienten die Leidtragenden sein", so Steinhart. ****

Lobende Worte hat der Standesvertreter hingegen für die Vorschläge des oberösterreichischen Gebietskrankenkassen-Obmannes Alois Stöger zur Lösung der Finanzmisere: "Da macht sich jemand ernsthaft Gedanken und präsentiert konstruktive Möglichkeiten - Das hätte ich mir auch von unserem Bundeskanzler erwartet." Vor allem das von Stöger geforderte Mitspracherecht bei der Gestaltung der Kassenbeiträge stößt bei Steinhart auf Unterstützung. Der Vizepräsident versteht nicht, warum es nicht längst schon gang und gäbe sei, dass die Gebietskrankenkassen bei den Versicherungsbeiträgen ein Recht zur Mitgestaltung hätten. Schließlich könne auch jede andere Versicherung über die Erhöhung von Beiträgen selbst entscheiden.

"Es ist unglaublich, wie die Bundespolitiker versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen, kurz gesagt: Ein Armutszeugnis für die österreichische Politik", so Steinhart abschließend. (kp)

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