• 21.12.2007, 17:30:00
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Offener Brief an den Bundeskanzler Dr. Gusenbauer und an den Vizekanzler Mag. Molterer

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Dr. Gusenbauer!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler Mag. Molterer!

Die Gebührenvalorisierung des ORF war nie die von der
Filmwirtschaft favorisierte Maßnahme zur nachhaltigen Sanierung der
finanziellen Situation des Unternehmens.

Es erscheint uns nun wichtig, eine klare Neudefinition des
öffentlich-rechtlichen Auftrags am Beispiel von ARD/ZDF und BBC sowie
entschiedene Strukturmaßnahmen im Unternehmen selbst vorzunehmen.
Sollte dies nicht in den nächsten Monaten erfolgen, läuft der ORF
Gefahr, das Schicksal der "alten verstaatlichten Industrie" zu
erleiden.

Wir bedanken uns für die Bemühungen, einen Großteil der
Gebührenerhöhungen (zwei Drittel, das sind 15 von 24 Mio.) zusätzlich
für eines der wesentlichen Unternehmensziele - nämlich die
Herstellung von österreichischem Programm - zu widmen. Die nun
beschlossene Zwei-Drittel-Zweckwidmung für das Jahr 2008 muss auch
für die Folgejahre festgeschrieben werden. Sonst ist zu befürchten,
wovor viele Skeptiker zu Recht warnen: Neues Geld versickert schnell
in den Strukturen des ORF.

Die Gebührenvalorisierung war der kurzfristige Notverband - die
eigentliche Behandlung muss jetzt beginnen.

Diese kann keinesfalls wieder auf dem Rücken der Gebührenzahler
ausgetragen werden. SPÖ und ÖVP als Regierungspartner sind hier in
der Pflicht! Die Fundamentalopposition von SPÖ und ÖVP zerstört den
ORF.

Daher ersuchen wir Sie dringendst: Geben Sie als
Eigentümervertreter gemeinsam die Richtung vor, reformieren Sie das
ORF-Gesetz und machen Sie Schluss mit dem Gebührenschwindel.*

Bedenken Sie, dass bereits jetzt über 180 Mio. Euro im Jahr
(Tendenz stark steigend) an die Programmfenster der deutschen
Privat-TV-Sender abfließen. Davon ist wirtschaftlich kein Mehrwert in
Österreich zu erzielen: stupid Austrian money.

Es steht die Existenz des ORF auf dem Spiel und mit ihm die Frage
nach Identität, Eigenständigkeit und regionaler Wahrnehmung
Österreichs in Europa.

Handeln Sie, und handeln Sie gemeinsam.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Initiative Film TV

*Über 225 Mio. Euro der Rundfunkgebühren fließen an Bund und
Länder und werden zweckentfrem-det eingesetzt.

Rückfragehinweis:
INITIATIVE FILM TV
c/o Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie
Wiedner Hauptstraße 63 | 1045 Wien
Tel.: +43 (0)5 90 900-3010 | Fax: +43 (0)5 90 900-276
Email: mueller@fafo.at | Web: www.initiativefilmtv.at

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