"Unausgegoren": Fahrzeugindustrie kritisiert Vorschlag von EU-Kommission zum CO2-Ausstoß von Fahrzeugen

Fahrzeugindustrie-Obmann Krainz kritisiert geplante überproportionale Belastung des Premiumsegments - "Sehe die mobile Zukunft made in Austria gefährdet"

Wien (PWK1005) - "Er bietet nicht das vorgeschlagene ausgewogene Regelwerk, um CO2-Emissionen zu reduzieren und stellt die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum der EU in Frage", kritisiert Bruno Krainz, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Fahrzeugindustrie, den Richtlinienvorschlag der EU-Kommission zum CO2-Ausstoß von Fahrzeugen. Demzufolge sollen Hersteller und Zulieferer im Premiumsegment stärker in die Pflicht genommen werden als Mitbewerber, die vornehmlich Kleinwagen produzieren.

"Der von EU-Umweltkommissar Dimas präsentierte, unausgegorene Richtlinienentwurf hätte zur Folge, dass die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsstärke der Autoindustrie in Österreich gefährdet werden und ist durch die enge Verflechtung der deutschen mit der heimischen Fahrzeugindustrie auch eine ernst zu nehmende Bedrohung für den Wirtschaftstandort Österreich", warnt Krainz. Denn Österreich ist nicht nur Zulieferland Nummer 1 der deutschen Autoindustrie, sondern durch die massive Präsenz von Herstellern wie beispielsweise BMW in Steyr oder General Motors in Wien besonders eng verbunden. "Österreich hat sich erfolgreich als Autoland im Premiumsegment positioniert. Durch den nun vorliegenden Vorschlag wird jedoch gerade dieser Bereich überproportional belastet. Ich fordere die österreichische Bundesregierung auf, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Im Sinne der heimischen Fahrzeugindustrie muss Wettbewerbsneutralität unter den europäischen Herstellerländern herrschen", so der Appell von Fachverbandsobmann Krainz.

Der EU-Vorschlag lasse die Innovationskraft und die Investitionen, die im automotiven Bereich vor allem in Österreich getätigt werden, gänzlich außer Acht. So werden in Österreich pro Beschäftigtem 12.400 Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet. "Hier sind wir mit an der Spitze in Österreich. Im Gegenzug werden Herstellerländer wie etwa Frankreich fast gänzlich aus der Verpflichtung zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes herausgenommen, weil sie hauptsächlich Hersteller von Kleinwagen sind, die naturgemäß auf Grund des geringeren Gewichts weniger Treibstoff verbrauchen", so Krainz.

Er weist weiters darauf hin, "dass die vorgeschlagenen Strafen ein exorbitantes Ungleichgewicht zu vergleichbaren Umweltkosten für CO2 -wie etwa beim Emissionshandel der Industrie - bedeuten würden."

Die österreichische Fahrzeugindustrie ist mit einem Produktionsvolumen von rund 13 Milliarden Euro einer der größten Industriebereiche Österreichs, liegt bei der Exportintensität an zweiter Stelle und beschäftigt einschließlich der Zulieferbetriebe sowie der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche rund 360.000 Personen. "Österreich als etablierter Zulieferer für das Premiumsegment steht für modernste Technologien und Fortschritt. So hat die österreichische Fahrzeugindustrie sowohl im Motoren- und Getriebebereich wertvolle Beiträge zur CO2-Reduktion geleistet, als auch zur Entwicklung wesentlicher Komponenten für den Fahrkomfort und zur aktiven und passiven Verkehrssicherheit beigetragen und wird dies auch weiter tun", sagt Krainz abschließend. (JR)

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