Leitl: Schengen-Neu wird Einkaufs- und Tagestourismus nach Österreich intensivieren

Nächtigungen von Personen aus den neuen EU-Staaten seit ihrer Mitgliedschaft 2004 in Österreich um 30 Prozent gestiegen - mehr Sicherheit durch stärkere Behördenvernetzung

Wien (PWK1004) - Schon derzeit geben Tschechen, Slowaken und
Ungarn rund 405 Millionen Euro pro Jahr beim Shopping in der Hauptstadt Wien aus. "Österreicher kaufen zwar auch gerne in diesen Ländern ein, unterm Strich ergibt sich allerdings ein positiver Saldo für die heimische Wirtschaft", berichtet der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl. Mit Tschechien beträgt das Plus 49 Mio, mit Ungarn 124 Mio und mit der Slowakei - trotz der nahen Einkaufszentren in Bratislava - 138,5 Mio Euro. "Dieser Trend wird sich durch den Wegfall der Grenzkontrollen und damit auch psychologischer Barrieren weiter verstärken", ist Leitl von den positiven Auswirkungen von Schengen Neu auch im Einkaufstourismus überzeugt.

Generell werde der Kurz- und Tagestourismus in Österreich von der erweiterten Grenzöffnung profitieren. "Alle touristischen und im grenznahen Raum gelegenen Regionen werden ohne Passkontrolle für unsere östlichen Nachbarn noch interessanter", freut sich Leitl. Tagesausflüge, wie etwa Schifahren am Semmering und im Wechselgebiet, erleben seit der EU-Mitgliedschaft der neuen EU-Staaten eine Renaissance. Die geografische Nähe, aber auch die gute Erreichbarkeit und der gute Ausbau der Gebiete machen sie sehr attraktiv.

Insgesamt gab es im Österreich-Tourismus seit 2004 Steigerungen aus den neuen EU-Staaten um 30 Prozent. Allein 2006 betrugen die Nächtigungszahlen von Personen aus Ungarn 1,4 Mio (+7,9 %), aus Tschechien 1,2 Mio (+9,1 %) und aus der Slowakei 260.000 (+13,1 %).

Neben dem Tourismus werden aber auch alle österreichischen Unternehmen, die als Ex- oder Importeur mit den neuen Schengen-Staaten Handel treiben, von den offenen Grenzen ihren Nutzen ziehen können. Leitl: "Mit Schengen Neu erhält ein großer gemeinsamer Wirtschaftsraum auch einen freien Verkehrsraum und führt uns Europäer noch näher zusammen. Damit wird die allgemeine Dynamik mit Mittel-, Ost- und Südeuropa weiter vorangetrieben und der Binnenmarkt wieder ein Stück mehr Realität." Keine LKW-Staus mehr durch Wegfall der Grenzkontrollen seien eine große Verbesserung für den Transportbereich und erleichtern just-in-time-Lieferungen für alle Branchen.

Durch eine intensive Aufrüstung und schärfere Kontrollen an den neuen EU-Außengrenzen sowie durch die stärkere Vernetzung der nationalen Justiz- und Polizeibehörden sieht Leitl auch die entsprechende Sicherheitslage gewährleistet, was mit der Zeit zu einem Abbau diesbezüglicher Ängste führen werde. Auch der Kampf gegen die organisierte Kriminalität werde effizienter werden. "Die Schengen-Erweiterung nützt also nicht nur ökonomisch, sondern bringt auch mehr Sicherheit und Frieden für Europa", begrüßt der WKÖ-Chef diesen wichtigen Schritt. (Ne)

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