Weihnachtsgeschäft 2007 - Handel im "Sprint auf die schwarze Null"

Zwischenbilanz: Umsatz bis jetzt unter Vorjahresniveau - Handelsobmann Lemler fordert Steuerreform zur Steigerung der Realeinkommen: "Es muss mehr im Börsel bleiben"

Wien (PWK1002) - Der Umsatz im Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel liegt mit 18. Dezember noch unter dem Niveau des Vorjahres. "Der Einzelhandel ist auf dem Sprint zur schwarzen Null" - diese Zwischenbilanz zog Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) heute, Donnerstag. Für Jubelmeldungen sei es zu früh, "Negativmeldungen halten wir aber ebenfalls für unangebracht", so Lemler. Als Erwartungshaltung für das Weihnachtsgeschäft 2007 formulierte er "einen geringfügigen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr."

Der Handelsobmann formulierte in einem "Wunschzettel an die Politik, insbesondere an den Finanzminister" unter anderem auch die Forderung nach einer Steuerreform zur Entlastung der Masseneinkommen und zur Steigerung der Realeinkommen: "Den Mitarbeitern soll dadurch mehr von ihrem Verdienst im Börsel bleiben", fordert Lemler.

Und wie ist es bisher gelaufen? Bis einschließlich 18. Dezember 2007 liegt das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel nominell um 3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Das geht aus der aktuellen Trendumfrage bei etwa 350 Einzelhandelsgeschäften in ganz Österreich hervor. "Dabei gibt es eine starke Polarisierung zu beobachten, und zwar sowohl innerhalb der Branchen mit Umsatzzuwächsen im bisherigen Weihnachtsgeschäft, dem Sportartikelhandel sowie den Drogerien und Parfümerien, als auch innerhalb der modischen Branchen, die bislang mit Umsatzrückgängen kon¬frontiert waren", so Peter Voithofer, stellvertretender Direktor der mit der Erhebung betrauten KMU Forschung Austria bei der Präsentation heute, Donnerstag, vor der Presse.

Lemler und Voithofer betonten allerdings, "das rund die Hälfte des Weihnachtsgeschäfts im Einzelhandel erst im Zeitraum bis Silvester umsatzwirksam wird." Dass gerade in den letzten Tagen vor und nach dem Weihnachtsfest noch (Umsatz-)Terrain wettgemacht werden kann, das zeigen die empirischen Befunde der vergangenen Jahre. Der Anteil der so genannten Late Buyer, die den Großteil der Weihnachtsgeschenke erst kurz vor Weihnachten kaufen, bleibt mit 36 Prozent hoch.

Für das gesamte Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel wird damit gerechnet, dass das Um¬satzniveau des Vorjahres knapp übertroffen werden kann. Kalendermäßig ist das Weihnachtsgeschäft 2007 für den Einzelhandel schwierig, da der 8. De¬zember auf einen Samstag fiel. Das Umsatzniveau an diesem Tag liegt zwar deutlich über dem eines "normalen" Wochentages, erreichte allerdings nicht jenes eines (zweiten) Adventsamstages. Der Vergleich des Umsatzniveaus der Adventsamstage zeigt die große Bedeutung der letzten Einkaufstage vor Weihnachten: Das Umsatzniveau steigt von Samstag zu Samstag und lag am dritten Adventsamstag um rund 40 Prozent über dem Niveau des ersten Einkaufssamstags, damit war der dritte Einkaufssamstag der bislang umsatzstärkste Tag im Advent 2007.

Nach Branchen betrachtet, verlief das Weihnachtsgeschäft in den ersten 15 Verkaufstagen des Monats Dezember am besten für Drogerien und Parfümerien sowie im Sportartikeleinzelhandel: Der konnte heuer -nach dem schneearmen Dezember mit deutlichen Erlösrückgängen im Jahr 2006 und damit ausgehend von einem geringeren Umsatzniveau - von dem bereits im November einsetzenden Schneefall profitieren. Die Einrichtungsfachhändler konnten das Umsatzniveau des Vorjahres erreichen. Unterdurchschnittlich haben bisher vor allem die modischen Branchen, der Schuh- und der Beklei¬dungshandel, abgeschnitten. Gerade Bekleidung ist jedoch eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke und wird in den Tagen vor Weihnachten noch verstärkt nachgefragt werden. Im Elektro- und Fotohandel wirkt sich der Preisverfall verschiedener Produktgruppen dämpfend auf die nominelle Umsatzentwicklung aus. Für den Lebensmittel¬handel beginnt der wichtigste Teil des Weihnachtsgeschäfts erst in den letzten Einkaufstagen bis zum 24. Dezember.

Bei den Produktgruppen setzten sich großteils die schon im Vorjahr erkennbaren Trends fort: Im Elektrohandel fanden LCD-Fernseher bisher einen besonders guten Absatz. Im Uhren- und Schmuck¬handel ging der Trend weiterhin zu Silber- und Stahlschmuck und weg von Goldschmuck und Perlen. Im Spielwarenhandel waren Nintendo und Lego besonders gefragt. In den mo¬dischen Branchen fanden auf Grund der für die Jahreszeit zu warmen Witterung Pullover und Stiefel einen besseren Absatz als Jacken, Mäntel und Winterschuhe.

Insgesamt werden die Österreicher heuer etwa 48 Millionen Weihnachtsgeschenke an Familie und Freunde verteilen. "Stark nachgefragt sind dabei Gutscheine, die das dritthäufigste Weihnachtsgeschenk darstellen. Gerade diese wirken sich nach Weihnachten umsatzfördernd aus", so Handelsforscher Voithofer. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Handel
Dr. Hannes Mraz
Tel.: (++43) 0590 900-3339
Fax: (++43) 0590 900-214
bsh@wko.at
http://wko.at/bshandel

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001