Grüne Wien fordern Investitionen in die psychiatrische Versorgung

Mängel in der Psychiatrie müssen ein Ende haben - KAV nimmt die Strukturprobleme nicht zur Kenntnis

Wien (OTS) - "Wichtige Elemente der Grundausstattung der psychiatrischen Betreuung im Otto-Wagner-Spital sind nicht vorhanden, die Rahmenbedingungen für ÄrztInnen und Pflegepersonal sind schlecht", kritisiert die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz. So fehlen der Psychiatrie im Otto-Wagner-Spital wichtige Intensivbetten. "Wenn PatientInnen mit Vergiftungen nach Suizidversuchen aufgenommen werden, ist in vielen Fällen intensivmedizinische Versorgung notwendig, wofür solche Betten unabdinglich sind. Es ist für die Ärzteschaft unzumutbar, hier nicht "state of the art" arbeiten zu können", kritisiert Pilz.

"Es ist unzureichend, dass man sich seitens des KAV angesichts der Missstände in der Psychiatrie nur auf ein Mehr an Sauberkeit und Kontrolle beschränken will", kommentiert Pilz die jetzt angekündigten Maßnahmen. "Es längst überfällig, in die psychiatrische Versorgung zu investieren. Es fehlt an ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, SozialabeiterInnen und Pflegepersonal. Es muss der zuständigen Stadträtin Wehsely zu denken geben, dass es schwer ist, medizinisches Personal für das Otto-Wagner-Spital zu gewinnen, denn offensichtlich sind die Arbeitsbedingungen nicht einladend."

Darüberhinaus fordert Pilz eine Debatte darüber, warum in anderen Bundesländern Netzbetten nicht verwendet werden, während in Wien eine Besorgnis erregend hohe Zahl an Fixierungen und Netzbetten im Einsatz ist. "Es kann nicht akzeptiert werden, dass in Wien Zwangsmaßnahmen offensichtlich alltäglich sind", so Pilz. Es muss sichergestellt sein, dass Freiheitsbeschränkungen niemals aus der Alltagsorganisation einer unterbesetzten Station, sondern ausschließlich medizinisch begründet zur Anwendung kommen und das letzte Mittel der Wahl sind.

"Im Sondergesundheitsausschuss wird der KAV die lückenlose Aufklärung der Vorfälle vorlegen müssen" kündigt Pilz an. "Auch die Frage der Dokumentation und Anordnug der Zwangsmaßnahmen muss ausführlich behandelt werden."

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