2007: 3,6 % Arbeitslosigkeit in OÖ

"Die niedrigste Arbeitslosenquote seit 25 Jahren auch im nächsten Jahr erreichen"

Linz (OTS) - In Oberösterreich hat die Beschäftigung einen Rekordwert erreicht: Im Jahresschnitt waren heuer 567.000 Personen aktiv beschäftigt (ohne Personen in Karenz, Präsenz- oder Zivildienst).- Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt von 4,3 % im Vorjahr auf 3,6 % sinken. Damit wird Oberösterreich zum achten Mal in Folge die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer erreichen und zugleich die niedrigste Quote seit 25 Jahren erzielen.- Für das Jahr 2008 gehen die Prognosen von einem gedämpften Wachstum aus, nur bei besonderer Performance kann Oberösterreich die Quote von 2007 halten. - Der budgetäre Spielraum des AMS OÖ wird 2008 deutlich geringer: Ein Drittel der geplanten Ausgaben ist durch zentrale Programme der Bundesregierung gebunden.

2007 werden im Jahresdurchschnitt 22.300 Personen in Oberösterreich arbeitslos gewesen sein, das sind 3400 Personen weniger als im Vorjahr. Die MitarbeiterInnen des AMS OÖ haben maßgeblich dazu beigetragen, die Vormerkdauer der Arbeitslosen (Jänner-November) gegenüber 2006 von 70 auf 64 Tage zu senken.

Rückgang der Betroffenheit

Zwischen Jänner und November 2007 sank die Zahl der Arbeitslosmeldungen im Vergleich zum Vorjahr um 6000 auf 103.900. Der Durchschnittsbestand an SchulungsteilnehmerInnen sank um knapp 1200 Personen auf 7800. Auch die Zahl der TeilnehmerInnen an Beschäftigungsprojekten ging um 385 Personen auf 1620 zurück. Die Ausgaben für existenzsichernde Leistungen reduzierten sich gegenüber 2006 um Euro 26 Mio. Signifikant gestiegen (um 1960 auf 6560) ist die Förderung zusätzlicher Lehrstellen ('Blum-Bonus').

Perspektiven und Ziele 2008

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) hat seine Konjunkturprognose revidiert. Demnach wird das Wirtschaftswachstum 2008 an Dynamik verlieren. Oberösterreich muss nach einer Reduktion der Arbeitslosenzahlen von 25.700 (2006) auf 22.300 (2007) von einer Stagnation ausgehen. Das Beschäftigungsplus wird 2008 bundesweit wahrscheinlich unter einem Prozent liegen (nach +1,9 % in diesem Jahr). Das Forschungsinstitut Synthesis (Wien) vermutet, dass zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem in den Branchen Wirtschaftsdienste, Handel und Sachgütererzeugung geschaffen werden; in den beiden ersteren Bereichen werden überwiegend Arbeitplätze für Frauen entstehen.

Der Verwaltungsrat des AMS Österreich hat das Förderbudget 2008 mit einem Vorbehalt beschlossen: Nach Abschluss der laufenden Verhandlungen zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und den Sozialpartnern über das Programm Arbeitsmarkt -Zukunft 2010 wird es vermutlich einige Veränderungen geben. Nach derzeitigem Planungsstand ist für das AMS OÖ eine Ausgabenermächtigung von Euro 106,9 Mio. vorgesehen. "Das zielorientierte Arbeitsprogramm 2008 wird inhaltlich und budgetär stark überlagert von parallel laufenden zentralen Programmen", berichtet Landesgeschäftsführer Roman Obrovski. "Die Fortsetzung des Blum-Bonus, das Auffangnetz für Jugendliche, die Metalloffensive und die Integrationsoffensive werden ein Drittel aller Fördermittel binden."

Die weitere Erhöhung des Einschaltgrades des AMS OÖ bei der Akquisition und Besetzung von Stellen, die Minimierung der Vormerkdauer von Arbeitsuchenden und die erneute Steigerung der Effektivität von Kursangeboten stehen neben weiteren quantifizierten Zielen im Mittelpunkt der geplanten Aktivitäten der oberösterreichischen AMS-Geschäftsstellen. "Alle Detailziele, die wir 2008 anpeilen, stehen im Dienst eines übergeordneten Zieles: einen maßgeblichen Beitrag zu leisten, die niedrigste Arbeitslosenquote seit 25 Jahren, die Oberösterreichs ökonomisch-politisches Netzwerk 2007 erzielt hat, auch 2008 zu erreichen", fasst Obrovski zusammen.

Das AMS ist der weitaus bekannteste Akteur auf dem oö. Arbeitsmarkt

Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher nehmen die aktive Rolle des AMS OÖ sehr deutlich wahr: Auf die Frage "Welche Unternehmen, die sich mit der Vermittlung von Arbeitsplätzen beschäftigen, fallen Ihnen ein, an welche müssen Sie denken?" antworten nach einer aktuellen Untersuchung des Market-Instituts 88 Prozent mit "AMS, Arbeitsamt oder Arbeitsmarktservice".

Mag. Rudolf Moser, AK OÖ:
Nachhaltige Senkung der Arbeitslosigkeit durch Qualifikation

Der konjunkturelle Rückenwind muss genutzt werden, um Arbeitslosigkeit deutlich und anhaltend zu reduzieren. Die Höherqualifizierung der Arbeitslosen - aber auch der Beschäftigten -sind die Aufträge der Stunde!

Die Fachkräfteoffensive der Bundesregierung ist ein richtiges Signal. Damit sie aber ein voller Erfolg wird, müssen einige 'Schönheitsfehler' korrigiert werden. Zunächst die unzureichende Existenzsicherung der Schulungsteilnehmer/-innen: Lernwillige Arbeitslose können sich längere Ausbildungsmaßnahmen oftmals nicht leisten, weil sie mit der niedrigen Arbeitslosenunterstützung nicht auskommen. Aus Geldmangel wird ein Hilfsarbeiterjob angenommen, die nächste Arbeitslosigkeit ist aber meist schon vorprogrammiert. Mit dem 'Qualifizierungsbonus' hat das oö. AMS-Landesdirektorium einen konkreten Lösungsvorschlag vorgelegt - der Ball liegt beim AMS-Verwaltungsrat und dem zuständigen Minister Bartenstein.

Das Prinzip 'Vermittlung vor Qualifizierung' steht im krassen Widerspruch zum Ziel, geeigneten, hoch motivierten, lernwilligen und daher auch leichter vermittelbaren Arbeitslosen eine Ausbildung zu ermöglichen. 'Qualifizierung vor Zuzug' muss die Vorgabe für die Berater/-innen lauten: effektive und effiziente Höherqualifizierung der heimischen Arbeitskräfte, um die anspruchsvolleren offenen Stellen der Betriebe besetzen zu können. Fähige Arbeitskräfte -speziell Frauen und Migrant/-innen - im Hilfsarbeitersegment festzuhalten und dort die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit noch zu verschärfen ist unsinnig. Es gilt den Richtigen eine Höherqualifizierung zu ermöglichen und nicht die Falschen in Schulungsmaßnahmen zu zwingen.

Obwohl das alte Jahr fast vorbei ist, ist das Budget 2008 lediglich ein Provisorium: Die Bundesregierung hat angekündigt die Vorschläge der Sozialpartner zur Reform der Lehrlings- bzw. Lehrstellenförderung umzusetzen - doch bislang ist nichts geschehen. Es ist aber höchst an der Zeit, dass die Weichen für die Lehrstellenförderung neu gestellt werden, damit das AMS die notwendigen Vorarbeiten für die Umsetzung ab Sommer 2008 erledigen kann: Lehrstellensuchende und Betriebe wollen rechtzeitig wissen, wer wie gefördert wird, welche Qualitätskriterien der Lehrausbildung sind besonders gefragt, was passiert mit laufenden Förderfällen. Ein Auffangnetz für die versprochene Ausbildungsgarantie lässt sich nicht über Nacht 'spannen'! Zu befürchten ist, dass - wie die jüngst von Minister Bartenstein gestartete 'Integrationsoffensive':
kurzfristige, einmalige Deutschkurse für Migranten/-innen im 1. Quartal 2008 ohne nachhaltige Planung - aus einer gut gemeinten Idee nur kurzfristig wirksame aber zeitraubende Maßnahmen übrig bleiben -Zeit, die das AMS für Beratung und Perspektivenplanung dringend benötigt!

KR Ing. Gerhard Buchroithner, WK OÖ
Strategien für mehr Beschäftigung

Die Arbeitslosenquote für 2007 wird voraussichtlich bei 3,6 % liegen. Dazu kommt, dass Oberösterreich im Bundesländerranking ein weiteres Mal die niedrigste Zahl an Arbeitslosen zu verzeichnen hat. Dieses TOP-Ergebnis ist der guten Konjunktur, den oö. Unternehmerinnen und Unternehmern sowie einem erfolgreich arbeitenden oö. AMS zu verdanken.

Eine Schattenseite dieser erfreulichen Bilanz ist es freilich, dass der oö. Arbeitsmarkt in vielen Branchen immer mehr austrocknet. Aus Sicht der Wirtschaft sind daher für 2008 seitens des AMS folgende Schwerpunkte zu setzen:

* Es ist ein Bewusstsein in unserem Lande zu schaffen, dass ältere Arbeitnehmer zukünftig eine wichtige Rolle im Unternehmen spielen werden. Um diese länger beschäftigen zu können, sind insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung sowie Weiterbildung entsprechende Maßnahmen zu setzen. Dies ist durch das oö. AMS zu unterstützen.

* Das oö. Landesziel 'Frauen in die Technik' muss noch konsequenter in die Tat umgesetzt werden. Auch hier gilt es, das Bewusstsein der Betroffenen sowie der Öffentlichkeit zu schärfen.

* Die Beschäftigungsmöglichkeit von Ausländern ist dann sicherzustellen, wenn es für die jeweilige Stelle keinen 'geeigneten' Österreicher gibt. Dafür notwendige Änderungen des Ausländerbeschäftigungsgesetzes sind rasch anzugehen.

* Der Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten ist ein besonderes Augenmerk zu schenken. Die im Januar 2008 beim oö. AMS startenden Deutschkurse für 616 arbeitslose Migrantinnen und Migranten sind ein richtiger Schritt, dem weitere folgen müssen.

* Die AMS-Abteilung 'Service für Unternehmer' ist durch Umschichtungen zügig auszubauen. Die Kontakte der AMS-Mitarbeiter zu den Betrieben vor Ort sind weiter zu intensivieren: Nur wenn der Mitarbeiter den möglichen Arbeitgeberbetrieb und sein Umfeld genau kennt, kann es arbeitslose Menschen erfolgreich dorthin vermitteln.

* Zielgerichtete Qualifizierungen sind zu forcieren, wobei Implacementstiftungen auch in Hinkunft eine wichtige Rolle spielen müssen. Vorbild kann etwa die geplante Aufqualifizierung von Mitarbeitern von Baubetrieben sein.

* Die Förderung von einstellungsbereiten Unternehmern ist sukzessive auszubauen. Nirgendwo ist AMS-Geld besser investiert als bei den Unternehmern, die einem Arbeitslosen eine konkrete Beschäftigungschance geben.

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