Tsunami 3 Jahre danach: 6 neue SOS-Kinderdörfer, 2.200 neue Wohnhäuser für 11.000 Menschen, Nothilfe für 23.000 Betroffene

Innsbruck/Wien (OTS) - Das größte je von SOS-Kinderdorf durchgeführte Nothilfe- und Wiederaufbauprogramm ist nach drei Jahren so gut wie abgeschlossen. SOS-Kinderdorf zieht Bilanz und gibt Rechenschaft über realisierte Projekte und Verwendung der Spendenmittel.

"Unmittelbar nach der Tsunami-Katastrophe am 26.12.2004 haben unsere SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter vor Ort alles Menschenmögliche getan, um rasch zu helfen", blickt SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin zurück. "Was sie unter schwierigsten Umständen geleistet haben, kann nicht hoch genug geschätzt werden. In den vergangenen drei Jahren haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass wir unser Versprechen gegenüber der betroffenen Bevölkerung und unseren Spendern einhalten konnten", so Kutin.

Sofortige Nothilfe für 23.000 Menschen

Die Nothilfe über mehrere Monate erreichte 23.000 Menschen von der Südwestküste Sri Lankas bis Banda Aceh im indonesischen Sumatra:
Nothilfepakete, Kleidung, Medikamente, Schulmaterial, Startgelder wurden ausgegeben, weiters 343 Fischerboote für 1.120 Familien bereitgestellt und 1.800 Kinder in elf Tagesstätten und Traumazentren betreut.

Nachhaltige Hilfe: Über 2.200 Häuser für mehr als 11.000 Menschen

Von Beginn an war für SOS-Kinderdorf klar, der raschen Soforthilfe müssen langfristige Programme folgen. Dafür wurden insgesamt 2.232 Familienhäuser in 15 Gemeinden errichtet und die Infrastruktur ganzer zerstörter Fischerdörfer wieder aufgebaut. Dazu kamen noch 18 Mehrzweckzentren als Basis für soziale Einrichtungen, wie Kindergärten, Ausbildungskurse, Gesundheitsstationen und Zufluchtsorte bei Überschwemmungen. Nach ca. drei bis fünf Jahren werden diese Zentren vollständig an die Gemeindeverwaltung übergeben.

UN-Habitat bewertete SOS-Kinderdorf-Hilfe mit "sehr gut"

UN-Habitat, das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen, veröffentlichte im April 2006 eine Studie, die den Wiederaufbau der Familienhäuser von rund 35 Organisationen in Indonesien unter die Lupe nahm. Bewertet wurden Mitbestimmung der Betroffenen, Bauqualität und Vergabeprozedere. Die Projekte von SOS-Kinderdorf rangierten unter den besten, der Hausbau in Suak Raya erhielt die Höchstnote.

Sechs neue SOS-Kinderdörfer für mehr als 800 Kinder

Für Kinder, die ihre Eltern verloren und von den Angehörigen nicht aufgenommen werden konnten, wurden sechs neue SOS-Kinderdörfer in Indien, Indonesien und Thailand errichtet. Dort bekommen über 800 Kinder ein neues, dauerhaftes Zuhause. Darüber hinaus stärken zahlreiche Familienförderprogramme und die den SOS-Kinderdörfern angeschlossenen Kindergärten, Schulen oder Sozialzentren die Familien der Umgebung.

Schwierigkeiten und Grenzen der Hilfe

In Sri Lanka bündelten sich sämtliche Probleme, mit denen sich viele Hilfsorganisationen beim Wiederaufbau konfrontiert sahen:
Grundstücks- und sonstige Interessenskonflikte, Bürokratie und sich häufig ändernde gesetzliche Auflagen sowie politische Auseinandersetzungen bis hin zu gewalttätigen Zwischenfällen und Bürgerkrieg. In dieser schwierigen Situation gelang es SOS-Kinderdorf trotzdem, als erste Non-Profit-Organisation mit der Regierung Sri Lankas ein bilaterales Abkommen zum Aufbau eines zerstörten Fischerdorfes abzuschließen.

Verteilung der Spendengelder

Insgesamt wurden von 21 nationalen SOS-Kinderdorf-Vereinen 54,2 Mio. USD für die Tsunami-Projekte verwendet: 2,6 Mio. USD für die Soforthilfe, 23,3 Mio. USD für den Wiederaufbau zerstörter Gemeinden und Fischerdörfer, 11,1 Mio. USD für die Errichtung sechs neuer SOS-Kinderdörfer und angeschlossener SOS-Einrichtungen (Schulen, Kindergärten, Sozialzentren, usw.) sowie 17,1 Mio. USD als zweckgebundene Unterhaltskosten der SOS-Einrichtungen für die kommenden zehn Jahre.

In Österreich beliefen sich die Spendeneinnahmen für die Tsunamihilfe auf 8,2 Mio. USD, wobei knapp die Hälfte der Mittel bereits verwendet und rund 50 % der Spenden in der SOS-Nachhaltigkeits-Foundation angelegt wurden, um den Unterhalt der SOS-Tsunami-Projekte für mindestens zehn Jahre zu sichern.

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