Bures zu Medizin-Tests: Wesentliche Fragen bleiben offen

Junge Frauen müssen die gleichen Chancen auf ein Medizinstudium haben wie junge Männer

Wien (OTS) - Für Frauenministerin Doris Bures lassen die heute präsentierten Details aus der Untersuchung der Aufnahmetests für das Medizinstudium in Österreich wesentliche Fragen offen. Es sei nach wie vor unklar, ob nicht schon der Aufbau des Tests junge Männer begünstige und warum das schlechtere Abschneiden der Mädchen gerade eine österreichische Besonderheit ist.

Aus Sicht der Frauenministerin ist es keine Lösung, die Frauen mehrere Probetests absolvieren zu lassen. Das würde bedeuten, dass wir die "Fehler" bei den Frauen suchen und sei daher der eindeutig falsche Ansatz. "Wir müssen das Problem an der Wurzel packen und ein faires Aufnahmeverfahren sicherstellen, das Mädchen und Burschen die gleichen Chancen auf ein Medizinstudium gibt", so Bures.

Bures erwartet sich rasch aufschlussreichere Ergebnisse, anhand derer man konkrete Änderungen im Aufnahmeverfahren vornehmen kann. "Klar ist, dass bereits im Sommer 2008 die jungen Frauen die gleichen Chancen auf ein Medizinstudium haben müssen wie die Burschen", so Bures.

Unabhängig davon müssten selbstverständlich alle Bemühungen für einen geschlechtssensiblen Unterricht vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern verstärkt werden, so die Frauenministerin.

Wir brauchen mehr Frauen an den Universitäten

Die Frauenministerin bekräftigte, dass Österreich "mehr Frauen an den Universitäten" brauche und man an vielen Ebenen ansetzen müsse von den diskriminierenden Aufnahmeverfahren bis hin zur Bestellung der Uniräte. So sei das Universitätsgesetz systematisch auf Verbesserungsmöglichkeiten im Sinne der Gleichstellung und Frauenförderung zu durchforsten. Beispielsweise müsste sichergestellt werden, dass die Senate bei der Wahl der von ihnen zu bestellenden Uniräten beide Geschlechter angemessen berücksichtigen. Wenn eine gerade Zahl an Uniräten zu bestellen ist, müsse Halbe-Halbe gelten. Damit es bei einer ungeraden Zahl von zu bestellenden Uniräten nicht wieder zu einem Ungleichgewicht kommt, sei vorstellbar, per Gesetz eine gerade Zahl an Uniräten festzuschreiben, damit die Parität in jedem Fall gewährleistet ist.

Rückfragen & Kontakt:

Susanna Enk
Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst
Tel. (01) 531 15 - 2132

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0003