Grüne Wien: Aus für Wiener Gerichtsmedizin wurde von der Sozialdemokratie politisch paktiert

Pilz: "Qualitätseinbußen durch Aushungern der Wiener Gerichtsmedizin zu befürchten"

Wien (OTS) - "Die Einigung zwischen den beiden
sozialdemokratischen Entscheidungsträgerinnen Stadträtin Wehsely und Justizministerin Berger, künftig gerichtlich angeordnete Obduktionen nicht mehr länger auf der Gerichtsmedizin, sondern nur mehr in den Spitälern des Krankenanstaltenverbundes durchzuführen, wird dem renommierten Institut den Todesstoß versetzen," kritisiert die grüne Gesundheitssprecherin, Sigrid Pilz die heute veröffentlichte Entscheidung. Die Klubobfrau der Grünen Wien, Maria Vassilakou, sieht insbesondere den sicherheitspolitischen Aspekt: "Dieser Schritt ist als krasse Fehlentscheidung zu beurteilen. Es ist zu vermuten, dass künftig mit einer drastischen Reduktion der Obduktionen zu rechnen ist. Außerdem sind die Pathologien in den Spitälern nicht dafür ausgerüstet, komplexe Obduktionen vorzunehmen", so Vassilakou.

"Für die Folgen, die nun unabwendbar sind, werden die beiden SP-Politikerinnen die Haftung übernehmen müssen", so Pilz. Ohne eine ausreichende Zahl an Obduktionen ist eine gerichtsmedizinische Facharzt-Ausbildung nicht möglich, dadurch werden gerichtlich beeidete Sachverständige künftig fehlen, eine praktische Ausbildung für Medizin-StudentInnen ist ab nun unmöglich. Auch können Faulleichen künftig nicht mehr obduziert werden bzw. werden ein hohes Infektionsrisiko in den Spitälern darstellen. Die gerichtlich angeordneten Obduktionen finden möglicherweise in denjenigen Spitälern statt, gegen die sich eine allfällige Untersuchung richtet, damit ist die unabdingbare Unabhängigkeit der Gerichtsmedizin gefährdet.

"Es ist unverständlich, warum die Gesundheitsstadträtin wissentlich ein Gesetz, dass sie verpflichtet, die Infrastruktur für "state of the art"-Obduktionen für Wien vorzusehen, auf diese Weise negiert. Es ist im Interesse der Stadt, eine funktionierende qualitätsgesicherte Gerichtsmedizin zu erhalten!" so Pilz abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat, Tel.: (++43-1) 4000 - 81814, Mobil: 0664 22 17 262
presse.wien@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0003