Grünewald zu EMS-Test: Spiel-Studie bringt Betroffenen wenig

Hunderten wurde bereits die Chance auf Studium genommen

Wien (OTS) - "Es ist geradezu skandalös, dass BM Hahn eins zu eins Schweizer Tests als Zulassungsprüfung für die Österreichischen Universitäten übernommen hat, ohne über die Folgen nachzudenken. Gerade von einem Wissenschaftsminister erwarte ich mir mehr Reflexion", kritisiert Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen. Eine nachträgliche Untersuchung über das schlechte Anschneiden der weiblichen StudienbewerberInnen sei zwar dringend erforderlich, für die Betroffenen, denen bereits die Chance auf ein Studium genommen wurde, aber zu spät.

Die Aussagekraft von derartigen Tests wird von ExpertInnen schon längst in Frage gestellt. "Die Validitätswerte des EMS sind minimal -es werden nur 55 Prozent der potenziell erfolgreichen Studierenden erfasst. Zudem wird nur die Studienleistung derer ersichtlich, die den Test bestanden haben. Damit kann keine Aussage über den möglichen Studienerfolg derer, die den Test nicht bestehen, getroffen werden", erklärt Grünewald. Universitäten seien außerdem tertiäre Bildungseinrichtungen, wo sich Begabungen, Studierfähigkeit und Talente erst entwickeln können. Hahn müsse daher endlich bereit sein, die Frage des Universitätszugangs zu diskutieren und Lösungen vorzulegen. "Er wird nicht daran vorbei kommen, den Universitäten das Geld zu geben, das sie für eine hochwertige Ausbildung benötigen. Mit den derzeitigen Ressourcen ist es kein Wunder, dass auf Grund von Platzmangel Jahr für Jahr Studierende abgewiesen werden. Tests die Frauen benachteiligen sind jedenfalls nicht die Lösung", schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0009