Schmied bekräftigt Ziel einer gemeinsamen Lehrer-Ausbildung

Ausblick auf 2008: Bildungsstandards, Start der Modellversuche, Nationaler Bildungsbericht

Wien (SK) - Die gemeinsame universitäre Ausbildung aller LehrerInnen als ihr "erklärtes Ziel" betonte Bildungsministerin Claudia Schmied in einer Pressekonferenz am Dienstag. Schmied zog dabei eine Bilanz über 2007 und gab einen Ausblick auf kommende Vorhaben. Darunter fällt auch die Einrichtung einer Arbeitsgruppe mit Wissenschaftsminister Hahn zur gemeinsamen Lehrerausbildung. Schon vor Beginn der Ausbildung solle es auch ein Aufnahmeverfahren über die Eignung für den Lehrberuf geben. Weitere für 2008 geplante Maßnahmen: Die gesetzliche Verankerung der Bildungsstandards bis Herbst, Start der Berufsmatura und die Erstellung des ersten Nationalen Bildungsberichts. ****

In Sachen gemeinsame Lehrerausbildung erwarte sie sich einen "kontroversiellen Zugang", so Schmied, wobei sie hier in der ÖVP auch ein Meinungsspektrum ortet. "Aber arbeiten werde ich in jedem Fall daran", auch wenn es nicht im Regierungsprogramm verankert sei. Sie werden jedenfalls mit Minister Hahn hier "intensiv zusammenarbeiten". Sinnvoll sei ein "Stufenlehrermodell auf universitärem Niveau", das Weiterbildungschancen und damit auch Karrieremöglichkeiten für die LehrerInnen ermöglicht. Es gelte, das vielfach bestehende "Standesdenken" zu überwinden und zu Qualitätsverbesserungen vor allem auch bei der didaktischen Ausbildung zu kommen.

In Sachen Eignungstests für Lehrer betonte Schmied, dass es nicht um einen punktuellen Aufnahmetest gehe, sondern ein Aufnahmeverfahren, damit angehende LehrerInnen möglichst früh mit der Situation in einer Schulklasse in Kontakt kommen. Dort, wo sie zuständig sei, bei den Pädagogischen Hochschulen, wolle sie schon ab September 2008 die unterschiedlichen Aufnahmeverfahren professionalisieren. Für den Uni-Bereich sei Wissenschaftsminister Hahn gefordert.

Ein Schwerpunkt der bildungspolitischen Arbeit 2008 sei die Verankerung der Bildungsstandards. Ziel sei, dass sich die Top-Qualität, die es an vielen Schulen gebe, durch das gesamte Schulsystem durchziehe; derzeit gebe es große Qualitätsunterschiede an einzelnen Schulstandorten.

In Sachen Neue Mittelschule, die in ab Herbst im Burgenland, Kärnten, Steiermark und Vorarlberg starten, werde man Ende Jänner definitiv wissen, welche Schulen daran beteiligt sind, kündigte Schmied an.

Auf der Agenda des Bildungsministeriums für 2008 stehen weiters die gesetzliche Regelung der Senkung der Klassenschülerzahlen auf 25 noch im ersten Halbjahr 2008, der Start der kostenlosen Berufsmatura für Lehrlinge, die Verlängerung der Deutsch-Förderkurse, neue Standards für die Berufsorientierung, die Erstellung eines nationalen Bildungsberichts durch das BIFIE und die Stärkung der sprachlichen und interkulturellen Integration.

Die Ministerin zog eine positive Bilanz über die ersten elf Monate Ministertätigkeit. Sie freue sich, über die "lebendige bildungspolitische Debatte", wobei sie sich manchmal "einen sachlicheren und weniger parteipolitischen Zugang" wünschen würde. "Wichtig ist, dass es gemeinsam gelingt, die bildungspolitische Debatte auf ein anspruchsvolleres Niveau zu bringen."

Sie sei "ein Stück stolz" auf die erreichten Maßnahmen, von der Erhöhung des Bildungsbudgets über die Senkung der Klassenschülerzahlen, die Schaffung von 1.500 neuen Lehrerstellen, die Erhöhung der Tagesbetreuungsplätze um 40 Prozent, das verpflichtende Kindergartenjahr für jene, die es brauchen, die Gründung des BIFIE bis zur Anti-Gewalt-Strategie und zur gesetzlichen Verankerung der Modellversuche zur Neuen Mittelschule, die "nach sehr langwierigen Verhandlungen" gelungen sei. Sie freue sich "über die rege Nachfrage" bei der Neuen Mittelschule, betonte Schmied.

Schmied betonte in der Pressekonferenz ihren "faktenbasierten" Zugang zur Bildungspolitik. Mehr Chancengerechtigkeit, ein klares Bekenntnis zur Leistungsförderung und mehr Individualisierung im Unterricht seien ihre Leitlinien. "Spitzenleistungen brauchen eine breite Basis, und Freude und Leistung stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern bedingen sich", so die Ministerin. (Schluss) ah

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