ÖAMTC: EuGH-Urteil bringt Erleichterungen für Schadensersatz-Forderungen nach einem Auslandsunfall

Ausländische Versicherungen können sich nur mehr schwer vor Zahlungen drücken

Wien (OTS) - Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs(EuGH) in Luxemburg bringt wesentliche Erleichterungen für österreichische Autofahrer, die nach einem Auslandsunfall Anspruch auf Schadenersatz haben. War keine außergerichtliche Einigung möglich, musste bislang der Geschädigte eine Klage im Unfallland einbringen, obwohl er z.B. weder Sprache noch das Rechtssystem kannte. "Nun ist es möglich, die ausländische Versicherung seines Unfallgegners direkt vor einem österreichischen Gericht zu verklagen. Das bedeutet eine immense Erleichterung für den Geschädigten", erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner.

Ein Gerichtsverfahren ist in einigen Ländern sehr aufwändig und viele ausländische Versicherungen spekulierten bis dato damit, dass die Geschädigten keine Klage im Ausland riskieren werden. "Endlich kommen Geschädigte schneller zu ihrem Geld und das jahrelange Prozessieren, das wir aus Italien oder Spanien kennen, hat ein Ende", zeigt sich die ÖAMTC-Juristin zufrieden mit dem Urteil des EuGH.

Der ÖAMTC hat gemeinsam mit österreichischen EU-Parlamentariern einige Jahre dafür gekämpft, dass ein Unfallopfer die Versicherung des Gegners im Heimatland verklagen kann. In der fünften Kfz-Haftpflichtversicherungs-Richtlinie wurde zwar das Klagerecht verankert, die Formulierung war aber so schwammig, dass eine Klarstellung durch den EuGH nötig gewesen war. "Ein voller Erfolg für die Autofahrer, denn allein die Möglichkeit, der einfacheren Klagseinbringung genügt künftig als Druckmittel, um mit der Versicherung rascher zu einer Einigung zu kommen", sagt Pronebner.

EuGH-Entscheidung macht sich für den Schwächeren stark

Im ausschlaggebenden Fall, den der EuGH zu entscheiden hatte, ging es um die Klage eines Deutschen, der Ende 2003 auf einer Autobahn in den Niederlanden in einen Verkehrsunfall mit einem niederländischen Pkw-Fahrer verwickelt war. Der Deutsche forderte vor einem deutschen Amtsgericht rund 3100 Euro Schadenersatz vom niederländischen Haftpflichtversicherer seines Unfallgegners. Laut EuGH war die Klage im Heimatland zulässig. Zweck der EU-Vorschriften ist nämlich, die "gegenüber dem Versicherer schwächere Partei" zu stärken. "Und dazu gehört eben auch ein Unfallopfer, das gerade bei einem Unfall im Ausland besonders schutzbedürftig ist", fasst Pronebner das Urteil zusammen.

Clubjuristen helfen bei einem Schadensfall

Nach einem Unfall im Ausland empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit den Juristen des Clubs. "Unsere Rechtsberater informieren über die Rechte und helfen bei der Schadensabwicklung. Juristisches Fachwissen ist in jedem Fall gefragt, denn auch wenn die Klage daheim eingebracht wird, sind die Schadensposten nach dem Recht des Unfalllandes zu bemessen", erklärt Pronebner abschließend.

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