• 16.12.2007, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Aktionismus" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 16.12.2007

Wien (OTS) - Fünfzig Millionen Euro wollte Österreich spenden.
Nicht einmal neun Millionen sind es geworden. Genieren müssen wir uns
trotzdem nicht.
Als vor fast drei Jahren in Südostasien der Tsunami gewütet hat, war
Österreich schnell zur Stelle. Kriminalisten halfen in Thailand bei
der Identifizierung von Flutopfern; das Bundesheer hat auf Sri Lanka
zwei Wasseraufbereitungsanlagen betrieben. Das war wirksame Hilfe.
Genieren müssen sich jene Politiker, die mit großspurigen
Ankündigungen punkten wollten. Einschließlich dem Wiederaufbau einer
zerstörten Bahnlinie an der Küste von Sri Lanka wurde viel
versprochen, was gut, teuer und populär schien.
Inzwischen ist die schwarz-blaue Regierung von damals Geschichte, und
die heutige rot-schwarze nimmt sich kein Blatt vor den Mund: "Das aus
dem Aktionismus der ersten Hilfe geborene Eisenbahnprojekt ist von
Anfang an unrealistisch gewesen", heißt es jetzt.
Große Worte, viel Show, wenig Konzepte: Das ist für viele Politiker
nicht nur bei Katastrophenfällen das oberste Gebot. Man sollte sie
deshalb immer beim Wort nehmen. Und ihnen auf die Finger klopfen,
wenn großspurige Ankündigungen und kleinkarierte Umsetzung wieder
einmal besonders krass auseinanderklaffen.

Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten
Chefredaktion
Tel.: 0664/80588382

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