"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: Augen auf und durch

Wegschauen führt zu noch mehr Verunsicherung. Das gilt auch für die Pflege.

Wien (OTS) - Wieder eine Hiobsbotschaft für jene Menschen, die
auf Hilfe angewiesen sind: Egal ob die Pflegeamnestie verlängert wird oder nicht, den Betroffenen droht (theoretisch) Gefahr durch die Krankenkassen. Sie könnten nicht geleistete Sozialversicherungsbeiträge einfordern - bis zu fünf Jahre rückwirkend. Sie tun es aber nicht. Das ist die beruhigende Nachricht.
Dieses Beispiel ist für die Pflegemisere genauso bezeichnend wie das unterschiedliche Vorgehen der Landeshauptleute: Nur weil Gesetze (vom Ausländerbeschäftigungsgesetz über die Arbeitszeitregelungen bis zum Mindestlohn) offiziell oder inoffiziell nicht exekutiert werden, nur weil viele ganz bewusst wegschauen, können Menschen in sehr schwierigen Situationen gut versorgt werden. Das mag zwar der

angeblich guten österreichischen Tradition, dass man nicht alles so genau nehmen muss, entsprechen - eine Lösung ist diese Methode aber nicht. Augen zu und durch: Das hat bei der Pflege sehr lange funktioniert. Jetzt sollten die Verantwortlichen endlich die Augen aufmachen und Regelungen finden, die für die Menschen zumutbar sind. Dabei dürfen sie nicht übersehen: Pflege kostet viel.

Dafür muss der Staat noch mehr Geld hergeben. Anders wird es nicht gehen.

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