"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Ein Solidarpakt"

In Notlagen muss geholfen werden. Aber Sozialhilfe darf kein Lebensstil sein.

Wien (OTS) - Pflege, Pensionen, Zwei-Klassen-Medizin:
Sozialfragen sind seit Wochen ein Schwerpunkt der öffentlichen Diskussion. Vor Weihnachten hat noch ein Thema Hochkonjunktur: Die Armut.
In Österreich, einem der reichsten Länder der Erde, sind laut Hilfsorganisationen 400.000 Menschen arm. Die Zahl ist stark. Nur: Was genau bedeutet "arm"?
Die Weltbank definiert die absolute Armut als ein Leben am äußersten Rand der Existenz. Wer pro Tag weniger als 1 Dollar (0,68 Euro) zur Verfügung hat, ist absolut arm. Das kommt in Wohlfahrtsstaaten kaum vor. Es wäre also korrekt, von relativer Armut zu reden und den Bezug zum jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld herzustellen. Diese relative Armut gibt es ohne Zweifel (auch wenn manche vorweihnachtliche Horror-Zahl der einschlägigen Organisationen zu hinterfragen wäre).
Im Kampf gegen diese Armut muss es einen Solidarpakt geben. Bei unverschuldeten Notlagen wegen Krankheit, Alter, Arbeitsunfähigkeit gibt es das Grundrecht auf öffentliche Hilfe. Umgekehrt haben die Steuerzahler das Recht auf die Mitwirkung der Betroffenen. Sozialhilfe darf kein Lebensstil sein. Apathie, Gleichgültigkeit und Resignation sind falsch - in jedem Fall, auf jeder Seite.

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