Transparenzmängel im Gesundheitswesen

NÖ Ärztekammerchef nimmt zu Korruptionsvorwürfen gegen Ärzte Stellung

Wien (OTS) - Derzeit vergeht keine Woche, ohne dass angebliche Verfehlungen von Ärzten in Österreich öffentlich an den Pranger gestellt werden. Stein des Anstoßes in der vergangenen Woche war das "Grundsatzpapier" von Transparency International über Korruption im Gesundheitswesen, welches in unmittelbarem Anschluss von einigen Politikern wie üblich ärztefeindlich kommentiert wurde.

Zwischenzeitlich ist ein anonymer Bericht einer Spitalsmitarbeiterin aufgetaucht, die eine Bevorzugung von bestimmten Patientengruppen in Bezug auf Operationstermine in einem Wiener Ordensspital erkannt hätte. "Wir lehnen derartige Methoden jedenfalls entschieden ab", so Dr. Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich.

Was jedoch auch abgelehnt wird, ist eine pauschale Diffamierung der Ärzteschaft, die leider seit einigen Monaten immer wieder in den Medien auftaucht. "Wer Gesetzesverstöße von Ärztinnen oder Ärzten erkennt, sollte diese besser zur Anzeige bringen, als sich in einer Pauschalverurteilung der Ärzteschaft zu ergießen", so Reisner weiter. "Wir können nur dann als Ärztekammer disziplinarrechtliche Schritte einleiten, wenn Anschuldigungen konkret gemacht werden. Auch die Ärztekammer hat Interesse an einer lückenlosen Aufklärung von Korruptionsfällen."

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