Internationale Rohstoffpreise sorgen für hohes Preisniveau

Wenig Gestaltungsspielraum für Mineralölfirmen an den Zapfsäulen

Wien (OTS) - Für die aktuellen Preise an den Zapfsäulen ist das internationale Preisgefüge ausschlaggebend, gibt der Fachverband der Mineralölindustrie bekannt. Benzin und Diesel sind weltweit in den letzten Monaten stark angestiegen. 91% des Treibstoffpreises können generell nicht von den Unternehmen in Österreich gesteuert werden. Im EU-weiten Durchschnitt erweisen sich die Treibstoffpreise in Österreich als wettbewerbsfähig.

Der Fachverband der Mineralölindustrie weist darauf hin, dass für die Preise von Benzin und Diesel die internationalen Rohstoffpreise und die Produktnotierungen am europäischen Spotmarkt in Rotterdam, die die Preise bestimmen, ausschlaggebend sind.
Preisunterschiede von mehreren Cent und das oft volatile Marktverhalten zeigen auch, dass es in Österreich einen starken Wettbewerb gibt.

Die österreichischen Treibstoffpreise im EU-Vergleich

Im EU-weiten Durchschnitt erweisen sich die Treibstoffpreise (Pumpenpreise inkl. Steuern) in Österreich als wettbewerbsfähig. Nicht nur in den Nachbarländer Italien und Deutschland tanken die Autofahrer teurer. Wöchentliche EU-weite Preisvergleiche bescheinigen dem österreichischen Markt derzeit Pumpenpreise, die bei Benzin in der Regel um 9 bis 12 Cent und bei Diesel um 3 bis 5 Cent unter dem EU-Durchschnitt liegen.

Wenig Gestaltungsspielraum für Mineralölfirmen an den Zapfsäulen

Bei der Preisgestaltung an den Zapfsäulen haben die Mineralölfirmen nur einen sehr geringen Gestaltungsspielraum. 91% des Treibstoffpreises können nicht von den Unternehmen in Österreich gesteuert werden. Der Großteil des Spritpreises wird durch Steuern und Abgaben bestimmt. Der zweitwichtigste Faktor ist der auf der Produktenbörse in Rotterdam vorgegebene Preis für Fertigprodukte. Die Bruttospanne von 9% beinhaltet noch viele weitere Faktoren und Ausgaben und darf nicht mit dem Gewinn verwechselt werden.

Der Endverbraucherpreis lässt sich in drei Faktoren untergliedern:

Faktor "Staat":

Der mit derzeit 50 % größte Faktor sind die Steuern für Mineralöl und Umsatz, die an den Staat abgeliefert werden müssen (Benzin und Diesel gewichtet).

Faktor "Produkt":

Der Produkt-Faktor beträgt derzeit 41% und beinhaltet die generellen Kosten und Rahmenbedingungen der Ölaufbringung. Hierin enthalten sind u.a. der Rohölpreis, der an die Förderländer zu zahlen ist, Transportkosten, Raffineriemargen und Raffinerieverarbeitungskosten, Pflichtnotstandsreserve und Lagerkosten.

Faktor "Mineralölfirmen und Tankstellenpächter":

Der seitens der Unternehmen beim Treibstoffverkauf einzig beeinflussbare Faktor, aus dem sich der Betrieb speist, beträgt lediglich 9% (dieser Wert darf keinesfalls mit dem Gewinn verwechselt werden). Darin enthalten sind auch Kosten wie Amortisation für Investitionen in Gebäude und Grundstück, Umwelttechnik, fachgerechte Entsorgung, Instandhaltung und Wartung, Personal, Forschung und Entwicklung.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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