Pensionsanpassung 2008, Amnestieverlängerung, Finanzierung der sozialen Krankenversicherung sowie Prävention und Gesundheitsförderung waren Hauptthemen der heutigen Sitzungen

Blecha und Khol erläutern die Positionen des Seniorenrates zu aktuellen seniorenrelevanten Fragen

Wien (OTS) - Im Rahmen der heutigen Sitzungen des Präsidiums und des Vorstandes des Österreichischen Seniorenrates kamen zahlreiche aktuelle Fragen, die die Älteren betreffen, zur Sprache.

Als Hauptthemen sind dabei die Pensionsanpassung für 2008, die Amnestieverlängerung im Bereich der 24-Stunden Betreuung sowie Maßnahmen für Prävention und Gesundheitsförderung zur Sprache gekommen

Pensionsanpassung

Die Pensionsanpassung 2008 ist ein großer Verhandlungserfolg des Österreichischen Seniorenrates, die von einer erfolgreichen Unterschriftenaktion der großen Seniorenorganisationen mit mehr als 400.000 Unterschriften unterstützt wurde. Die Pensionsanpassung ist leistbar und sozial gerecht.

Die Regelung im Detail:

  • Die Ausgleichzulagenrichtsätze werden überdurchschnittlich angehoben: Der AZ-Richtsatz für Alleinstehende steigt von 726 Euro auf 747 Euro, jener für Ehepaare von 1090 auf 1120 Euro.
  • Pensionen zwischen 726 - 1050 Euro werden mit 2,9 %, linear abfallend auf 2 % erhöht.
  • Pensionen zwischen 1050 - 1700 Euro erhalten eine Erhöhung von 2 %. Pensionen zwischen 1700 - 2161 Euro werden mit 2 %, linear abfallend auf 1,7 % erhöht.
  • Pensionen über 2161 Euro erhalten 2008 einen Fixbetrag in der Höhe von 36,75 Euro.

Pflege und Betreuung

Eine Amnestieverlängerung im Bereich Pflege und Betreuung wurde von den im Seniorenrat vertretenen Seniorenorganisationen bereits im Herbst diese Jahres angeregt, da derzeit noch immer vieles unklar ist, die Betroffenen nicht ausreichend informiert wurden und überdies die derzeitigen Regelungen für viele nicht leistbar sind.
In diesem Zusammenhang wird nochmals die Umsetzung des Modells des Österreichischen Seniorenrates gefordert, das u.a. eine Gleichbehandlung der Förderung von selbstständigen und unselbständigen Betreuungskräften, verstärkte Ausbildung von Pflege-und Betreuungskräften sowie die verstärkte Einbindung von Freiwilligenorganisationen umfasst.

Finanzierung der sozialen Krankenversicherung

Im Zusammenhang der jüngsten Debatte um die Finanzierung der sozialen Krankenversicherung hat sich der Österreichische Seniorenrat ausführlich mit der vom Beirat beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in der Sitzung am 27. November 2007 beschlossenen Resolution befasst, in der der Beirat seine tiefe Besorgnis über den ungehinderten Zugang zu den Leistungen des Gesundheitswesens, der durch die gesetzliche Krankenversicherung garantiert wird, ausgedrückt wurde.
Auch der Österreichische Seniorenrat fordert das Bekenntnis zur umfassenden medizinischen Versorgung für alle Menschen unabhängig vom Alter und Einkommen. Dabei gilt der Grundsatz der solidarischen Finanzierung, eines gleichen und niederschwelligen Zugangs zu Leistungen und hoher Qualität und Effizienz bei der Leistungserbringung.

Den Zugang zum Gesundheitssystem sichert für annähernd die gesamte Bevölkerung ausschließlich die gesetzliche Krankenversicherung, insbesondere die Gebietskrankenkassen. Die finanziellen Grundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung sind nachhaltig zu sichern.

Prävention und Gesundheitsförderung

In Österreich fallen jährlich über 34 Mio Krankenstandstage an, erleiden 837.000 Menschen einen Unfall (72 % in Heim, Freizeit u. Sport), müssen ca. 31.000 in die Erwerbsunfähigkeitspension gehen und benötigen über 380.000 Pflegegeld. Dies verursacht nicht nur viele Leiden, Schmerzen u. Behinderungen, verkürzt die Lebenserwartung und vermindert die Lebensqualität, sondern kostet dutzende Milliarden Euro pro Jahr.

Ein wesentlicher Teil davon lässt sich durch Prävention und Gesundheitsförderung vermeiden. In- und ausländische Studien haben ergeben, dass hier enorme Einsparungspotentiale gegeben sind. Zu Recht hat daher die Bundesregierung in ihrer Regierungserklärung die Bedeutung von Prävention, Gesundheitsförderung und Public Health hervorgehoben und ein eigenes Gesetz für Prävention und Gesundheitsförderung vereinbart.

Die Mitwirkung des Seniorenrates bei der Gesetzwerdung und Durchführung dieses wichtigen, gesundheitspolitischen Reformvorhabens, insbesondere im Rahmen eines nationalen Präventions-u. Gesundheitsförderungsrates u. in der Sozialversicherung ist unabdingbar, soll ein solches Gesetzesvorhaben auch bei den älteren Menschen in Österreich Erfolg haben.

Weitere Themen

Zur Sprache kam weiters u.a. die gesetzliche Verankerung der Verbandsklagelegitimation des Seniorenrates im Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Berichtet werden kann abschließend von einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Rektorenkonferenz Univ. Prof. Dr. Badelt, in dem dieser zugesichert hat, sich für ein verstärktes Angebot an für Seniorinnen und Senioren interessanten Lehrveranstaltungen an allen österreichischen Universitäten einzusetzen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Wolfgang Braumandl
Österreichischer Seniorenrat
Tel.: (01) 892 34 65

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