Start der Diskussionsreihe "ORF-Dialogforum" zum Thema "Verantwortung"

Ablass, Almosen oder aktives Gestalten? Ziviles Engagement im Wandel

Wien (OTS) - Am Mittwoch, dem 12. Dezember 2007, fand die erste Diskussionsveranstaltung im Rahmen des "ORF-Dialogforums" zum Thema "Verantwortung" unter dem Titel "Ablass, Almosen oder aktives Gestalten? Ziviles Engagement im Wandel" statt. ORF-Hörfunkdirektor Dr. Willy Mitsche begrüßte die Gäste und Diskutanten im RadioKulturhaus: "Der ORF will den Kontakt mit seinem Publikum weiter intensivieren. Mit dieser Veranstaltungsreihe sollen Impulse für den lebendigen Dialog mit der Gesellschaft gegeben werden, bei dem alle relevanten Themen behandelt und kein Bereich ausgeschlossen werden soll."

Unter der Leitung von Elmar Oberhauser diskutierten Anneliese Rohrer (Journalistin), Franz Küberl (Caritas-Präsident), Hans Peter Haselsteiner (Unternehmer), Emmerich Talos (Politikwissenschafter), Heike Zirden ("Aktion Mensch", Projektleiterin Initiative "dieGesellschafter.de") und Jörg Ruminak (Leiter des ORF-Humanitarian-Broadcasting), welche Rolle die Medien und insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei gesellschaftlichem und Wertewandel spielen.

Diskutiert wurden auch neue Formen individueller Hilfe und gesellschaftlicher Beteiligung: Wofür Menschen eintreten, wofür sie sich engagieren, was ihnen "spendenswert" erscheint - diese Akzente verschieben sich. Unternehmen entdecken vermehrt Corporate Social Responsibility als Marketinginstrument. All das geschieht vor dem Hintergrund von Globalisierung, Rückbau des Sozialstaats und des Entstehens einer neuen Zivilgesellschaft.

Individuelles Engagement versus staatliche Fürsorge

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Fragen, ob sich durch die gesellschaftlichen Veränderungen ein neues Verständnis, eine neue Praxis sozialer Verantwortung entwickelt. Und ob individuelles Engagement und private Spendenbereitschaft staatliche Fürsorge ersetzen kann und soll, um gesellschaftliche Probleme und Nöte zu lindern.

"Spenden ist wichtig, kann aber nicht alles sein", so Jörg Ruminak. "Das wäre die Butter auf dem Brot, aber das Brot muss woanders herkommen. Privater Goodwill darf nicht den Staat ersetzen."
Heike Zirden betonte: "Die Grundbedürfnisse einer Gesellschaft müssen vom Staat befriedigt werden. Aber die Zivilgesellschaft, auch jeder Einzelne, kann viel bewegen, wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, in welcher Gesellschaft wir zukünftig leben wollen."
Emmerich Talos: "Zivilgesellschaftliches Engagement ist notwendig, man kann damit aber nur punktuell helfen und nicht alle Probleme lösen. Dazu braucht es mehr öffentliche, politische Verantwortung."

Einig waren sich die Diskutanten, dass individuelles Engagement und Solidarität für die Gesellschaft wichtig sind, man aber die Rahmenbedingungen dafür hinterfragen müsse.

Das "ORF-Dialogforum"

Das "ORF-Dialogforum" ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft zu beleben. Im Mittelpunkt der Diskussionsreihe stehen Herausforderungen und Perspektiven gesellschaftlicher Verantwortung in den unterschiedlichen Lebensbereichen der Menschen.

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