Ettl: Textileinfuhren aus China weiterhin genau kontrollieren

Labelling für sozial- und umweltverträgliche Produkte gefordert

Wien (SK) - Das Auslaufen der Quotenregelung für Textilimporte aus China in die EU war heute Thema einer Aussprache mit der EU-Kommission im Europäischen Parlament. Die Quotenregelung wird nach dem Auslaufen am 31.12.2007 nicht mehr verlängert. Stattdessen wird die EU-Kommission ein Überwachungssystem einsetzen. In einer Resolution begrüßten die Abgeordneten heute das von der Kommission vorgeschlagene doppelte System, machten aber gleichzeitig deutlich, dass das System ohne eine einwandfreie Implementierung und Evaluierung der Effektivität keinen Sinn macht. "Das Kontrollsystem der Kommission wird einerseits die Lizenzierung für chinesische Exporte und andererseits den Import von Gütern in die EU für insgesamt acht Produktgruppen, darunter T-Shirts, Pullover und Kleider, überprüfen. Gleichzeitig muss es aber eine Absicherung der Betriebe in Europa und eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen zwischen Europa und China geben", so der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl. ****

"Vor allem gilt es auch weiterhin Druck auf China auszuüben, um den Dumpingpreisen die Grundlage zu entziehen. Diese liegen in extrem niedrigen Arbeitskosten, einer unterbewerteten Währung und der Nichteinhaltung von Umwelt- und Sozialstandards. Gegen diese Praktiken muss entschieden aufgetreten werden", so Ettl, der die teilweise grausamen Bedingungen an einigen Zahlen festmacht: "Täglich sterben in China 350 Menschen in Textilfabriken aufgrund von Arbeitsunfällen und 80 Arbeiter erleiden täglich Verstümmelungen an der Hand, verursacht durch ungesicherte Maschinen. Neun von zehn chinesischen Herstellern missachten internationale Kernarbeitsnormen und Chinas eigene Arbeitsgesetze."

Ettl tritt aus diesem Grund für ein Labelling auf dem Textilsektor ein, mit dem Produkte ausgezeichnet werden, die unter den Mindestnormen im sozialen Bereich und auf dem der Umwelt hergestellt wurden. Auch europäische Unternehmen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein, fordert Ettl. "Die rein auf Gewinn ausgerichtete Abwanderungspolitik in Billiglohnländer schadet nicht nur der Wirtschaft, sondern verhindert auch ein entschiedeneres Auftreten gegen die Gründe der Dumpingpreise: Schnelles Geld geht immer zu Lasten der Kleinsten", so Ettl.

"China ist bereits heute mit etwa 20 Prozent Anteil am Welttextilmarkt der größte Bekleidungshersteller der Welt. Nach dem Auslaufen der Beschränkungen wird diese Zahl weiter ansteigen. Experten rechnen mit etwa 30 bis 50 Prozent. Der Handel ist an und für sich nicht negativ, allerdings muss er auf fairen Regeln basieren. Nachdem diese bisher nicht der Fall ist, geht es vor allem darum, die soziale Absicherung der Arbeitnehmer in der europäischen Textilindustrie zu stärken", betont Ettl, der abschließend noch auf die kommenden Olympischen Spiele in China hinweist: "Gerade der Sportartikelindustrie stünde es in diesem Zusammenhang zu, hier ein klares Signal für verbesserte Arbeitnehmerbedingungen zu setzen." (Schluss) js/mm

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0004