Gerald Matt und Stella Rollig neue Kunstkuratoren des Parlaments Prammer präsentiert neues Kunstkonzept für das Hohe Haus

Wien (PK) - Das Kunstkonzept des Parlaments bekommt einen neuen Anstrich. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer präsentierte heute gemeinsam mit den beiden neuen KunstkuratorInnen des Hohen Hauses Gerald Matt und Stella Rollig das Grobkonzept für die kommenden drei Jahre. In Aussicht genommen ist, die Medien Zeichnung und Fotografie in den Vordergrund zu rücken, aber auch für Videokunst soll Platz geschaffen werden. Gleichzeitig ist eine verstärkte Einbeziehung des "Außenraumes", also des Platzes vor dem Parlament, vorgesehen. Ergänzt wird das neue Ausstellungskonzept durch die Publikation zweier Bände mit Interviews zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die in den 60-er, 70-er- und 80-er Jahren erstmals in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt sind.

Nationalratspräsidentin Prammer hielt bei der Pressekonferenz fest, etwas, das vor vielen Jahren unter Nationalratspräsident Heinz Fischer sehr klein begonnen und unter ihrem Vorgänger Andreas Khol in professionalisierter Form seine Fortsetzung gefunden habe, werde nun in einem erweiterten Rahmen fortgeführt: nämlich Kunst im Parlament zu präsentieren. Gemeinsam mit den beiden KunstkuratorInnen Gerald Matt und Stella Rollig wolle man versuchen, zumindest einige der jährlich über 100.000 Besucherinnen und Besucher des Parlaments für Kunst zu interessieren. Anders als bisher soll sich die Präsentation zeitgenössischer Kunst dabei nicht vorwiegend auf Ausschusslokale beschränken, vielmehr soll das gesamte Hohe Haus inklusive des Vorplatzes genutzt werden. Als ganz besondere Zielgruppe will Prammer dabei auch junge Menschen ansprechen.

Ein erstes Außenraum-Projekt könnte ein künstlerischer Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Pallas-Athene-Brunnens im Winter sein, störe doch, wie Prammer meinte, die notwendige Abdeckung des Brunnens in der kalten Jahreszeit erheblich. Mit künstlerischer Gestaltung könnte man dem Ganzen einen optischen Sinn verleihen, meinte sie.

Gerald Matt, Direktor der Wiener Kunsthalle, betonte, er sehe seine neue Aufgabe als Chance, außerhalb des "Elfenbeinturms Museum" ein erweitertes Publikum anzusprechen. Er wolle Neugier auf zeitgenössische Kunst wecken und Lust und Freude an zeitgenössischer Kunst vermitteln, bekräftigte er.

Mit der geplanten zweibändigen Publikation soll Matt zufolge ein Beitrag zur österreichischen Kunstgeschichte geleistet werden. Künstlerinnen und Künstler der 60-er, 70-er und 80-er Jahre sollen im Sinn von "oral history" selbst erzählen können, wie sie ihre Zeit und ihre Arbeiten sehen.

Auch Stella Rollig, künstlerische Leiterin des Kunstmuseums Lentos in Linz, äußerte sich über ihre neue Aufgabe erfreut und wies auf die "eindrucksvolle" Besucherzahl des Parlaments hin. Sie sieht aber nicht nur die Besucherinnen und Besucher des Hohen Hauses als Zielgruppe des Kunstkonzepts, sondern auch jene Menschen, die täglich im Parlament arbeiten. Als "intime Medien" könnten Zeichnung und Fotografie direkt und nachhaltig Wirkung entfalten, meinte sie. Danach befragt, ob auch ausländischen Künstlerinnen und Künstlern Raum gegeben wird, sagte Rollig, der Fokus von ihr und Matt liege auf "lebt und arbeitet in Österreich".

Die beiden neuen KunstkuratorInnen werden sich im Übrigen ihre Aufgabe zeitlich teilen: Zunächst ist für die ersten eineinhalb Jahre Gerald Matt am Zug, ab Sommer 2009 folgt Stella Rollig. (Schluss)

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