AKNÖ: (K)eine Förderung für junge MigrantInnen

Interkulturelle Kompetenz von LehrerInnen fördert Integration

Wien (AKNÖ) - "Bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund besteht im österreichischen Erziehungs- und Bildungswesen dringender Handlungsbedarf," zeigt sich Günter Karner, Leiter der AKNÖ-Bildungsabteilung, alarmiert über die jüngsten Pisa-Ergebnisse. Migrantenkinder, auch die der zweiten Generation, haben gegenüber einheimischen SchülerInnen einen deutlichen Leistungsrückstand. "Wir dürfen das Potenzial dieser jungen Leute nicht weiter ignorieren, sondern müssen auf die kulturelle Vielfalt eingehen," kritisiert Günter Karner und fordert für LehrerInnen eine verpflichtende Aus-und Weiterbildung im Bereich interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Pädagogik.

In Niederösterreich besuchen etwa 12.000 SchülerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache eine Pflichtschule. Multi-ethnisch zusammengesetzte Klassenzimmer werden eher als Problemfall, statt als Bereicherung gesehen. "Faktum ist, dass heute sprachliche und kulturelle Vielfalt in den Kindergärten und Klassenzimmern herrscht," so AKNÖ-Bildungsexpertin Hanife Onay, "und diese Vielfalt stellt an die KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen hohe Anforderungen. Die PädagogInnen fühlen sich nicht genügend auf eine multikulturelle und multilinguale Gruppe vorbereitet, stehen aber unter einem hohen Erwartungsdruck."
Das Potenzial der jungen Leute mit Migrationshintergrund soll zukünftig gefördert, entwickelt und positiv genutzt, anstatt ignoriert werden. Daher fordert die NÖ Arbeiterkammer den verpflichtenden Erwerb von "Interkulturellen Kompetenzen" in der Aus-und Fortbildung von LehrerInnen. Denn das Bildungssystem hat eine entscheidende Bedeutung für die erfolgreiche Integration.

Diskriminierung verhindert Integration Um den niederösterreichischen MigrantInnen den Weg zur Bildung zu ermöglichen, bedarf es auch Förderungen. Doch nach den Bestimmungen der niederösterreichischen Landesregierung sind etwa Kinder aus MigrantInnenfamilien von der Hortförderung ausgeschlossen, wenn beide Elternteile aus Nicht-EU-Staaten kommen. AKNÖ-Bildungsexpertin Hanife Onay: "Gerade im Hort können Kinder mit Sprachdefiziten spielend mit anderen Kindern Deutsch lernen. Eine bessere Sprachförderung kann man sich gar nicht wünschen."

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