Einheitliche Kassenverträge sind für die Ärzteschaft kein Problem

NÖ Ärztekammer kann dem Vorschlag des Hauptverbandes durchaus Positives abgewinnen

Wien (OTS) - Im Zuge der Debatte über die Kassendefizite ist ein Vorschlag von Hauptverbandschef Erich Laminger aufgetaucht, den "Tarif-Urwald" bei den Krankenkassen zu bereinigen. "Wir können dem Vorschlag durchaus positives abgewinnen", so Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. Allerdings nicht vorbehaltlos wie man das offenbar gerne hätte, indem man sich aus jedem Bundesland den jeweils billigsten Tarif aussucht. "Die Verträge sind an die Erfordernisse im Bundesland und vor allem an den lokalen Stellenplan angepasst."

Reisner fordert seit Jahren eine betriebswirtschaftliche Kalkulation der Kassentarife, die sich an den Anforderungen moderner Medizin sowie den Erfordernissen in Sachen Aufklärung, Dokumentation und anderer Bürokratieabwicklung orientiert. Bei realistischer Honorierung hätten die Ärzte daher aus seiner Sicht auch keine Einkommenseinbußen zu befürchten, sondern ganz im Gegenteil. "Alleine die nicht abgegoltenen zusätzlichen Kosten innerhalb der Ordinationen durch e-card, EKO, neue "bürokratische Errungenschaften", Dokumentations- und Verwaltungsvorschriften der vergangenen Jahre betragen in Niederösterreich etwa 38 Millionen Euro pro Jahr. Die Kassenärzte brauchen daher auch keinen Vergleich mit anderen Anbietern zu scheuen, da sie sehr kostengünstig für´s System anbieten. "Leider ist als Vergleichswert die Kostentransparenz im ambulanten Bereich nicht wirklich vorhanden."

Eine Erhöhung der Transparenz verbunden mit einer Harmonisierung der Kassentarife unter medizinischen UND wirtschaftlichen Gesichtspunkten wäre daher aus seiner Sicht sicherlich kein Schaden für die Ärzte. "Und im Verwaltungsbereich müssten dann auch enorme Sparmöglichkeiten drin sein. Etwa beim Hauptverband, von dem die Spargedanken schließlich unterstützt werden", so Reisner weiter. "Was allerdings nicht akzeptiert wird, ist eine weitere Aufblähung der Verwaltung mit gleichzeitigem Druck auf die Ärzteschaft über die Honorare. "Weniger Geld für Bürokratie und mehr Geld für den Patienten wären viel notwendiger angebracht."

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann, Pressesprecher,
Tel. 0664/144 98 94, E-Mail: presse@arztnoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AEN0001