Schmied: "Bildungserfolge systemisch verankern"

In ersten elf Monaten schon viel erreicht: Kleinere Klassen und 1.500 zusätzliche Lehrer

Wien (SK) - Eine positive Bilanz ihrer bisherigen Tätigkeit zog Mittwochabend Bildungsministerin Claudia Schmied bei der Diskussion "PISA 2006 - Das österreichische Schulsystem im internationalen Vergleich": "Wir haben in den letzten elf Monaten viel erreicht. Zum Beispiel das Schlüsselprojekt kleinere Klassen oder verstärkte Investitionen in Sprachförderung und Kleingruppen. Und wir haben 1.500 LehrerInnen mehr beschäftigt". Als "Schlüssel zum Erfolg" wertete Schmied das Ziel, "Bildungserfolge systemisch zu verankern" -derzeit gebe es allerdings ein "enorm fragmentiertes Bildungssystem, das erfolgshemmend ist". Hier gelte es, mit "qualitätsorientierten Bildungsstandards" gegenzusteuern. Klar plädierte Schmied auch für eine gemeinsame LehrerInnenausbildung: "Es ist unverzichtbar, dass wir das universitäre Niveau für alle LehrerInnen anstreben" -begleitet von einem verbesserten "Karriere-Entwicklungspfad" für die Lehrer. ****

Die Bildungsministerin sprach sich in der Diskussion für einen "Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik" aus. Deutlicher Beleg ihrer dahingehenden Zielsetzung sei auch der von ihr initiierte Schulgipfel "Verantwortungspartnerschaft Bildung", der heute, Donnerstag, stattfindet. Allein das breit gestreute Teilnehmerfeld -Eltern, LehrerInnen, SchülerInnen, politische Vertreter, Sozialpartner, Landesschulräte, Rektoren der Pädagogischen Hochschulen sowie Mitglieder der von Schmied eingesetzten Expertenkommission - zeigt klar, dass die Bildungsministerin für eine "neue Form des Gesprächs und des Miteinanders" steht. Schließlich gehe es hier um eine "hehres Gut", nämlich die Zukunft unserer Kinder, rief Schmied in Erinnerung. Einen Paradigmenwechsel solle es zudem in den Klassenzimmern selbst geben, so Schmied, die hier etwa auf "Team-Teaching" sowie auf die Möglichkeit, dass sich Kinder gegenseitig selbst unterstützen, verwies. Die Resultate, die PIRLS und PISA gebracht haben, nehme sie jedenfalls "sehr ernst" - und sie seien auch Grundlage für "weitere Schritte in Richtung einer faktenbasierten Politik", umriss Schmied ihr Selbstverständnis.

Testergebnisse in der Tiefe mit allen Bildungssprechern diskutieren

Bezüglich der PISA-Resultate sei es "dringend notwendig, in die Tiefe zu gehen". Daher werde sie die Bildungssprecher aller Fraktionen einladen, "gemeinsam den einzelnen Wirkungszusammenhängen nachzugehen" und daraus die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Aber auch den vom neu gegründeten Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung (BIFIE) vorzulegenden Nationalen Bildungsbericht wolle sie hinsichtlich der Ergebnisse und der zu treffenden Maßnahmen gemeinsam mit allen Bildungssprechern diskutieren, kündigte Schmied an. Das BIFIE werde darüber hinaus mit Jahresbeginn Bildungsstandards erarbeiten und implementieren, nannte Schmied ein zentrales Instrument zur Qualitätssicherung.

Verzehnfachung der Mittel für Sprachförderung

Der Maßnahme einer möglichst früh einsetzenden Sprachförderung schrieb Schmied zentrale Bedeutung zu. Daher habe die Regierung Gusenbauer hier auch für eine Verzehnfachung der Mittel gesorgt -statt 500.000 Euro gebe es nunmehr fünf Millionen Euro im Jahr für die Sprachförderung, zeigte sich die Bildungsministerin erfreut. Der Erfolg von Bildung sei auch daran zu messen, in welchem Ausmaß Integration gelinge. Auch hier plane sie Verbesserungen, so Schmied, die davon sprach, den Bereich Sprachförderung und Interkulturelles zusammenzufassen und als eigene, besser ausgestattete Abteilung im Bildungsministerium zu führen.

NMS-Modellversuche sollen "gute Impulse" geben

Die Modellversuche zur Neuen Mittelschule ("Ich freue mich, dass wir starten können") sollen als echte Bildungsinnovation "gute Impulse" geben, beschrieb Schmied ihre Erwartungshaltung. Ausdrücklich verwies die Bildungsministerin hier darauf, dass es beim Projekt Neue Mittelschule "schon vom ersten Tag an wissenschaftliche Begleitung gibt". Eine weitere Stärke des Projekts sei zudem die "begleitende Öffentlichkeitsarbeit", so Schmied mit Verweis darauf, dass die Modellversuche dann erfolgreich sind, "wenn sie von möglichst vielen Menschen als positiv erlebt und von den Menschen auch mitgetragen werden".

Gemeinsame LehrerInnenausbildung als erklärtes Ziel

Eine gemeinsame Ausbildung aller im Lehrberuf Tätigen sei ihr "erklärtes Ziel", bekräftigte Schmied. Damit einhergehen müsse allerdings auch die Implementierung eines Berufsbildes, das sich dynamisch weiterentwickeln kann" - etwa nach einem "Stufenlehrer-Modell". Ab 2008 gelte es, gemeinsam mit Minister Hahn, mit dem dies vereinbart sei, daran zu arbeiten, ergänzte Schmied im von Martina Salomon moderierten "Presse"-Bildungsgespräch, an dem auch der PISA-Koordinator der OECD, Andreas Schleicher, teilnahm, dem die Bildungsministerin für seine engagierte Arbeit ausdrücklich dankte. (Schluss) mb

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