"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Ministrin außer Dienst" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 13.12.2007

Wien (OTS) - Wo steckt Familien- und Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky?
So aufdringlich sie einst die Öffentlichkeit gesucht hat, so demonstrativ glänzt Kdolsky derzeit bei Sachthemen durch geistige und körperliche Abwesenheit.
Ob es um den Vorwurf geht, dass an manchen Spitälern Korruption und Zwei-Klassen-Medizin gang und gäbe sind; ob die Behörden vor ein paar Wochen nach dem langen Leiden und dem schnellen Tod des kleinen Luca unter Beschuss gerieten; oder ob das Rauchverbot in Lokalen diskutiert wird: Drohen unangenehme Fragen, geht Kdolsky auf Tauchstation.

Wer die VP-Ministerin derzeit sehen oder hören will, hat dazu wenig Gelegenheit: Nur Preisverleihungen, Kochbuchpräsentationen oder Charity-Essen sind weiterhin ein guter Tipp.
Von ihren manischen Auftritten wie der Verteilung von Kondomen in Schulen ist Kdolsky offenbar in eine depressive Phase gerutscht. Sie meidet die Medien und äußert sich kaum zu Sachfragen. Die Frustration unter den Spitzenbeamten ihres Hauses ist also mehr als verständlich. Das ist persönlich tragisch, politisch ist es ein Skandal. Verantwortlich sind jene, die sie in Kenntnis ihrer Psyche in dieses nicht gerade unwichtige Regierungsamt berufen haben.

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