Kdolsky: Mehr Gendersensibilität in die Jugendarbeit

Fünfter Bericht zur Lage der Jugend in Österreich: Gender Mainstreaming und geschlechtssensible Ansätze in der außerschulischen Jugendarbeit

Wien (OTS) - "Chancengleichheit soll von Kindesbeinen an ein gelebtes Prinzip werden. Denn was Hänschen und Lieschen nicht gelernt haben, lernen Hans und Liese nimmer mehr. Gerade die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit muss sich dieser wichtigen Aufgabe stärker bewusst werden und als Jugendministerin lade ich alle dazu ein, daran zu arbeiten", beurteilt Jugendministerin Andrea Kdolsky die Ergebnissen des Fünften Jugendberichtes.

Geschlechtsspezifische Jugendarbeit setzt bei den unterschiedlichen Lebensbedingungen und Situationen von Mädchen und Burschen an. Unterschiedliche Einstellungen, Verhaltensweisen und Rollenbilder von Mädchen und Burschen nicht nur angeboren sind, sondern auch von der Gesellschaft geprägt werden. Daher ist es auch Aufgabe der Jugendarbeit die Problematiken rund um die Geschlechterverhältnisse in ihr Handeln einzubeziehen und darauf abzuzielen, hierarchische Verhältnisse zwischen den Geschlechtern zu verändern und Gleichberechtigung zu fördern.

Ziel und Ergebnisse des Fünften Jugendberichtes:
Ziel des Forschungsvorhabens war es, den Status quo zu Gender Mainstreaming und geschlechtssensiblen Ansätzen in der österreichischen Jugendarbeit zu erheben und - darauf aufbauend -einen Maßnahmenkatalog zur Förderung und Umsetzung einer gleichstellungsorientierten Jugendarbeit und Jugendpolitik zu entwickeln.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Evaluierung, dass der Wissensstand zu den Themen Gender Mainstreaming und geschlechtssensibler Arbeit in der außerschulischen Jugendarbeit sehr unterschiedlich ist. Zwar ist die allgemeine Gender-Thematik im Bewusstsein der meisten interviewten Personen vorhanden, allerdings existiert häufig kein konkretes Wissen zum Thema Gender Mainstreaming oder zu unterschiedlichsten Ansätzen der geschlechtssensiblen Jugendarbeit. Dies führt mitunter zu Unsicherheiten und zu der Tatsache, dass in der praktischen Arbeit beide Bereiche häufig vermischt werden oder auf die Arbeit mit Mädchen / Frauen beschränkt werden.
Sowohl Gender Mainstreaming als auch geschlechtssensible Angebote in der außerschulischen Jugendarbeit resultieren vor allem aus dem Engagement einzelner Mitarbeiter/innen.

Zukünftige Aufgabe und Maßnahmen:
"Aufgabe muss es daher sein, die Genderthematik auch in der Jugendarbeit systematisch zu verankern", fordert die Jugendministerin. Dazu ist vor allem eine allgemeinen Sensibilisierung und entsprechende Bewusstseinsarbeit bei den MitarbeiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit notwendig. Es gilt aber auch, einen möglichst einheitlichen Wissensstand hinsichtlich Gender Mainstraming und geschlechtssensibler Angebote zu schaffen.

Im Jahr 2008 sollen daher die im Bericht dargestellten möglichen Maßnahmen nochmals mit den Jugendorganisationen, aber auch den Ländern, die für die offene Jugendarbeit zuständig sind, reflektiert werden und Informations-, beratungs- und Ausbildungsmodule installiert werden, die zu einer Verbesserung der Situation beitragen.

Jugendministerin Andrea Kdolsky: "Ich betrachte die Genderthematik als einen grundlegenden Qualitätsanspruch, dem auch und insbesondere die Jugendarbeit gerecht werden muss. Die dazu notwendige Qualifizierung der in der Jugendarbeit Tätigen wird einer meiner Arbeitsschwerpunkte in den Jahre 2008 und 2009 sein."

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
Mag. Jürgen Beilein
Pressesprecher von Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky
Tel: +43/1/71100-4309
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