Hahn überreicht hohe Auszeichnungen der Republik an beeindruckende Zeitgenossen

Ehrung für Bioethiker mit Weltruf und besonderer Liebe zu Österreich

Wien (OTS) - Bundesminister Dr. Johannes Hahn überreicht heute im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung hohe staatliche Auszeichnungen an bedeutende Forscher und beeindruckende Zeitgenossen mit außergewöhnlichem Engagement.

Universitätsprofessor Dr. Norbert Bachl wird mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Nach Umstrukturierung von UOG 1975 bis UOG 1993 in verschiedenen Fakultätsfunktionen wurde Professor Bachl nach Inkrafttreten des UOG 2002 im Jahr 2004 zum Dekan und Leiter des Zentrums für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien ernannt. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderen Sportphysiologie, Muskelphysiologie, Belastungsuntersuchung, Ergometrie und Regeneration. Anfang der 70er Jahre hat Bachl die sportmedizinische Untersuchungsstelle im Leistungsmodell Bundessportzentrum Südstadt aufgebaut und seit damals Athlet/innen sportmedizinisch betreut. Auch den Olympischen Spielen nützten seine Erfahrungen: Er war Olympiaarzt in Los Angeles und Seoul. Seine weltraummedizinische Forschungstätigkeit begann im Rahmen des Projekts Austromir und wurde in Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde fortgesetzt. Wissenschaftliche Vorträge hält Bachl in mehr als vierzig Ländern. Seit 2002 ist Bachl überdies Generalsekretär der Medizinischen Kommission des Europäischen Olympischen Komitees.

Die gleiche Auszeichnung erhält Universitätsprofessor Dr. Walter Veigl, einer der erfolgreichsten Lehrer an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Neben seinen diversen Meisterkursen in vielen verschiedenen Ländern der Welt war Veigl auch Initiator des Schlagwerkhauses am neuen Campus "seiner Universität". Eingeleitet hat Professor Veigl seine erfolgreiche Karriere schon im Alter von 16 Jahren an der damaligen Akademie, wobei er schon 1970 sein Studium der Komposition, der Schlaginstrumente, des Klaviers und der Synthesekomposition abschließen konnte. Weitere Stationen seines Lebens: ein Dirigenten-Meisterkurs und die Mitgliedschaft beim Wiener Staatsopernorchester. Später studierte er noch Philosophie, Theater-und Musikwissenschaft. Sein hervorragendes kompositorisches Schaffen wurde 1982 mit dem Förderpreis für Musik der Stadt Wien gewürdigt. "Zeichen und Symbole in der musikalischen Kommunikation" lautet eine seiner wissenschaftlichen Publikationen.

Professor Martin Suppan wird heute mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Seine Vielseitigkeit wird schon in seiner Berufsausbildung sichtbar: Er ist Kunst- und Antiquitätenhändler, Schauspieler und Sänger und kann demnach Engagements unter anderem am Burgtheater und in der Volksoper aufweisen. Anfang der 70er Jahre gründete Suppan einen Kunsthandelsbetrieb mit Antiquitäten aus vier Jahrhunderten. 1980 erfolgt die Eröffnung der Galerie im Palais Coburg und die Gründung des Eigenverlags. Professor Suppan ist aber auch ein äußerst professioneller und ebenso unterhaltsamer Auktionator von Charity-Veranstaltungen wie jener der Clini-Clowns und der Aktion "Künstler helfen Künstlern", die er vor allem durch seine kostenlose Arbeit unterstützt. Die Verleihung der OscARTs geht auf seine Initiative zurück. Suppan ist außerdem Präsident des Fördervereins "Freunde der Wiener Sängerknaben". In dieser Funktion gelang ihm das erste internationale Symposium für Kinderstimmbildung.

Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse erhält ein Bioethiker mit Weltruf: Universitätsprofessor Dr. Erich Loewy. Trotz Emigration nach England und in die USA hat Loewy stets engen Kontakt zu Österreich unterhalten und Großartiges für die Wissenschaftsbeziehungen zwischen unserem Land und Amerika geleistet. Nach der Ausbildung zum Facharzt für Kardiologie wurde er Professor an der medizinischen Fakultät der Case Western Reserve University in Ohio. Später wandte er sich der Bioethik zu und lehrte dieses Fach 12 Jahre lang an der University of Illinois. Seit 1996 ist Professor Loewy erster Inhaber des Lehrstuhls für Bioethik an der University of California, Davis. In seiner Liebe zum Geburtsland nahm er immer wieder öffentlich Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Österreich. 1995 initiierte er am AKH den ersten großen internationalen Kongress zum Thema Ethik in der Medizin. Im Jahr 2001 initiierte und organisierte er zusammen mit dem ORF, der Stadt Wien und des Wissenschaftsministeriums das internationale Symposium "Völkermord: Geschichte und Prävention". Er ist Träger des Paracelsus-Ringes und bekam den Wiener Preis für humanistische Altersforschung.

Mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse wird auch der Direktor der Geologischen Bundesanstalt (GBA), Prof. Dr. Hans Peter Schönlaub, ausgezeichnet. Er hat sich auf dem Gebiet der österreichischen und internationalen Erdwissenschaften einen Namen gemacht und sich besonders für die Erforschung der ältesten Sedimentgesteine der österreichischen Alpen engagiert. Von der wissenschaftlichen Hilfskraft an der Universität Graz stieg er rasch auf. Bereits 1971 trat er in den wissenschaftlichen Dienst der GBA, 1993 wurde er dort Direktor und ist bis heute erfolgreich. Außerordentlicher Universitätsprofessor der Universität Salzburg wurde er 1992. Seine umfangreichen paläontologischen, stratigraphischen und tektonischen Untersuchungen über den Bau und die Entwicklung der Karnischen Alpen und der Nördlichen Grauwackenzone sind wichtige Meilensteine seiner wissenschaftlichen Arbeit. Die geologische Erforschung und Kartierung der Karnischen Alpen führte unter seiner Regie zur Herausgabe von sechs geologischen Kartenblättern 1:50.000 im südwestlichen Kärnten. Schönlaub ist Mitglied der österreichischen UNESCO-Kommission und wirkliches Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Einer der besten Kenner der österreichischen Kultur-, Literatur-, Musik-, Theater- und allgemeinen Geschichte seit dem 18. Jahrhundert wird mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst geehrt: Professor Hubert Reitterer, Chefredakteur des Österreichischen Biographischen Lexikons. Aufgrund seiner profunden Kenntnisse arbeitet Reitterer unter anderem am Österreichischen Musiklexikon und am Mozart-Lexikon mit. Selbst spezialisierte Fachleute holen sich bei Professor Reitterer Rat. Außerdem ist er Fachmann auf dem Gebiet der lateinischen Sprache und der Literatur und deswegen Mitherausgeber repräsentativer Werke wie des Lexikons von Stowasser und der Reihe "Orbis latinus".

Mag. Walter Keil gilt als herausragende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Psychotherapie in Österreich bzw. im deutschsprachigen Raum überhaupt. Ab heute ist er Professor. Seit 1975 ist Keil erfolgreich als freiberuflicher Psychotherapeut in Linz und später in Wien tätig. 2005 wurde er zum Leiter des Universitätslehrganges Klientenzentrierte Psychotherapie an der Donau-Universität Krems ernannt. Seit 30 Jahren ist er in der Aus- und Fortbildung tätig und hat maßgeblich zur Etablierung der "Personenzentrierten Gesprächspsychotherapie" beigetragen. Mit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche, klientenzentrierte Psychotherapie und personenorientierte Gesprächsführung (ÖGWG) wurde auch ein institutioneller Rahmen für jene Ausbildung geschaffen. Keil hat damit vielen psychisch kranken Menschen neue Behandlungswege eröffnet.

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