Ärztekammer zu Korruptionsvorfällen: Unfaire und anonyme Pauschalverdächtigungen

Mayer: Konkretisierung erforderlich - Ehrenrat schafft Klarheit

Wien (OTS) - Der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Bundesobmann der angestellten Ärztinnen und Ärzte, Harald Mayer, bezeichnet die im heutigen Ö1-Morgenjournal anonym vorgebrachten Korruptionsvorwürfe gegen im Spital tätige Ärzte als "weiteres Symptom für eine pauschale Diffamierungskampagne gegen das bestens funktionierende österreichische Gesundheitswesen". Die öffentlich diskutierten, jedoch nicht namentlich benannten angeblichen Korruptionsfälle seien ein Beispiel für denkbar leichtfertigen Umgang mit den Rechten all jener, die im Visier der Kritik stünden, so Mayer Mittwoch in einer Aussendung.

Mayer: "Es ist schlechter Stil, sich in einem demokratischen Rechtsstaat der Methoden anonymer Denunzierung zu bedienen, um das österreichische Gesundheitssystem zu beschädigen". Er forderte alle Beteiligten auf, die Vorwürfe zu konkretisieren, damit man diesen auch nachgehen könne und kritisierte nachdrücklich, dass schwere Vorwürfe über die Medien kolportiert würden, ohne sie zuvor den entsprechenden unabhängigen juristischen Gremien der Ärztekammern darzubringen. Die kollektive Verunglimpfung der Ärzteschaft hinter dem Mantel der Anonymität sei unangebracht und feige. Um in Zukunft mögliches Fehlverhalten zu verhindern, sei es notwendig, so Mayer, Verdachtsmomente zu konkretisieren: wo habe sich wann was und unter welchen Umständen abgespielt.

Mayer verwies auf den in der Österreichischen Ärztekammer für mögliche Korruptionsfälle eingerichteten Ehrenrat. Diese Institution habe die Aufgabe, konkreten Verdachtsmomenten nachzugehen und unter dem Vorsitz eines emeritierten Höchstrichters abzuhandeln. Alle, die ärztliches Fehlverhalten vermuten, könnten sich "ohne Angst und Vorbehalte" an diesen Ehrenrat wenden. Der Sachverhalt werde nach den Grundsätzen eines objektiven Rechtsverfahrens aufgeklärt. Bewahrheiten sich die Vorwürfe, so gebe es für die betroffenen Ärzte strenge Sanktionen, die bis zu einem Berufsverbot führten, so Mayer. "Aus diesen Gründen sind anonyme Vorwürfe unfair und eines Rechtsstaates nicht würdig", sagte Mayer abschließend.

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