Neues Buch: Wiener Ansichten des Artaria Verlages

Wien (OTS) - Einen kunstvollen Blick in Wiens Vergangenheit bietet das seinerzeit als Katalog erschienene Buch "Schöne Aussichten. Die berühmten Wien-Bilder des Verlags Artaria". Erschienen im Brandstätter Verlag und im Original bis Anfang November in der Hermes-Villa im Lainzer Tiergarten in Form einer Wien Museum-Ausstellung zu sehen gewesen, enthält das Buch nicht nur viel Wissenswertes über die Werkgeschichte der bekannten "Sammlung von Aussichten der Residenzstadt Wien", die ab dem Jahr 1799 publiziert wurden, weitere Beiträge neben einem erhellenden Vorwort von Museumsleiter Wolfgang Kos, konkret von den beiden Wien Museum-Kustoden Reingard Witzmann ("Stadtbild - Menschenbild") und Sándor Békési ("Die aufgeräumte Stadt")- setzen sich auch mit der damals einsetzenden Image-Produktion des "Urbanen" auseinander.

Die im Artaria Verlag seinerzeit erschienenen Veduten von Carl Schütz, Johann Ziegler und Laurenz Janscha erinnern an den damals begonnenen gesellschaftlichen Wandel, aus dem letztendlich das damals aufstrebende Wiener Bürgertum als neben den "alten Kräften", Adel und Kirche, gestaltende Kraft hervortreten sollte. Bemerkenswert an dieser Sammlung, die nun in gewissenhafter und bemühter Art in Buchform wieder aufgelegt wurden, ist freilich der unübersehbare Wandel Wiens, das im ausgehenden 18. Jahrhundert bereits zu den großen Städten des damals überwiegend ländlich geprägten Europas zählte. Wobei "groß" relativ zu sehen ist: Wien bestand damals aus der Inneren Stadt und ihrer ersten Befestigungsanlage, den Basteien, hierauf folgte der Glacisgürtel mitsamt um die dreißig Kleingemeinden, der letztendlich vom Linienwall, welcher heute in etwa der Verlauf des Gürtels entspricht, umschlossen wurde. Von dem Panorama des Städtischen, wie es uns heute geläufig ist, findet sich auf den Veduten freilich nichts, wobei auch das einen Reiz dieses Buches ausmacht, nämlich Wien einerseits vertraut, andererseits, trotz Steffl-Abbildungen, völlig fremd zu empfinden.

Zu recht wird im Buch auch darauf verwiesen, wie "aufgeräumt" und "reinlich" die Stadt auf diesen Bildern wirkt. Ebenso deutlich wird aber auch auf die dahinterstehende kommerzielle Absicht verwiesen, da als Käufer der Blätter in erster Linie der Adel und das gehobene Bürgertum in Frage kam, die sich beide auf diesen Wien-Veduten wiederfinden sollten und auch konnten. Strategien, die freilich auch heute noch in den diversen touristischen Produkten einer Stadt ernst genommen werden.

o Wien Museum (Hg.), "Schöne Aussichten. Die berühmten Wien-Bilder des Verlags Artaria, erschienen im Brandstätter Verlag www.brandstaetter-verlag.at/ , 175 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-85033-098-5

(Schluss) hch

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