Straßen-Blockaden: Standesvertreter intervenieren bei Plassnik

Situation in Italien anhaltend chaotisch - Betroffene berichten von persönlichen Gefährdungen - Tankstellen trocknen aus

Wien (PWK985) - Die Streiksituation in Italien ist nach wie vor unübersichtlich und droht in Einzelfällen zu eskalieren. Der Verkehr auf den Autobahnen im Norden Italiens funktioniert fallweise, wird aber durch die Treibstoffknappheit an den Autobahntankstellen zunehmend beeinträchtigt, warnt der Fachverband Güterbeförderung in der WKÖ.

Aufgrund des anhaltenden Chaos haben der Obmann des Fachverbandes, Ing. Nikolaus Glisic, und der Obmann der Arbeitsgemeinschaft Internationaler Straßenverkehrsunternehmer Österreichs (AISÖ), Heinz Schierhuber, bei Außenministerin Ursula Plassnik interveniert, sie möge die unhaltbare, gegen das EU-Recht verstoßende Situation auf EU-Ebene dringend zur Sprache bringen.

Die Streiks und Blockaden haben sich inzwischen vielfach von den bereits lahmgelegten Autobahnen auf die Staats- und Provinzstraßen verlagert. Lkw, insbesondere ausländische Fahrer, die auf diese Straßen ausweichen wollen, werden von italienischen Streikenden als "Streikbrecher" angesehen und angehalten. "Wenn man in so eine Situation kommt, ist es nicht ratsam, die Fahrt fortzusetzen und den Helden zu spielen. Uns liegen bereits zahlreiche mündliche und schriftliche Berichte über massive Fahrzeugbeschädigungen und sogar persönliche Gefährdungen vor", empören sich die Standesvertreter.

Die Brennerautobahn A 22 ist ab Trient nicht mehr befahrbar. Alle von Österreich kommenden Lkw werden momentan von der Polizei in Sterzing angehalten. Der Verkehr auf der A 23 (von Tarvis nach Süden) scheint bis Udine derzeit problemlos zu funktionieren. Im Bereich der A 4 (von Palmanova westwärts) muss man mit Behinderungen rechnen. Die Bereiche Mestre, Venezia, Padua, Vicenza, Bergamo und Mailand sind von Verkehrsanhaltungen betroffen.

Die Situation an der italienisch-schweizerischen Grenze bei Chiasso ist im großen und ganzen unverändert: Der Verkehr steht still. Die Hafenzufahrten und die Verbindungen zu den Inseln sind weiterhin betroffen. Autobahnausfahrten und Zufahrten zu Tankstellen bzw. Raststationen und Mautstellen sind ebenfalls teilweise blockiert.

Beim Fachverband sind bereits zahlreiche Anfragen über frachtrechtliche Konsequenzen eingelangt. "Wir stellen diese in einem eigenen Dokument zusammen", ergänzt FV-Geschäftsführer Rudolf Bauer. (hp)

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